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Aktuell:
Gipskarst-Nachrichten

 

 
 
 

Schlagzeilen:

 

Anmerkung:  Das Datum der Artikel bezieht sich auf den Zeitpunkt des Ereignisses
und nicht auf den Tag, an dem diese Meldung in der Website von KNU erscheint.

 

       

13.12.2013
Quelle: BUND Nordhausen

Naturschutzgebiet Alter Stolberg in Gefahr?

BUND Nordhausen warnt vor Gipsabbau im bestehenden Naturschutzgebiet

NORDHAUSEN - Mit über 315 Hektar Berkwerkseigentum im Alten Stolberg verfügt Knauf über gigantsche Abbauflächen. Dennoch beantragt das Unternehmen Probebohrungen außerhalb im Naturschutzgebiet Alter Stolberg. Begründet wird dies mit einer "Flächenoptimierung", bei der Abbauflächen des Bergwerksfeldes mit Flächen im Naturschutzgebiet getauscht werden sollen.

Der Gipsabbau würde somit noch näher an Stempeda heranrücken. Der BUND lehnt den Flächentausch ab und befürchtet einen Präzedenzfall. Knauf baut das Gipswerk in Rottleberode am Alten Stolberg derzeit massiv aus, so dass einer forcierter Gipsabbau zu erwarten ist.


 

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23.11.2013
Quelle: NNZ-Online, Thüringer Allgemeine Nordhausen

Protest und Petition für Winkelberg

Widerstand gegen Probebohrungen am Winkelberg und Gipsabbau in der Rüdigsdorfer Schweiz wächst

RÜDIGSDORF - In Folge drohender Probebohrungen am Winkelberg formiert sich Widerstand in Nordhausen und der Rüdigsdorfer Schweiz.

Das Thüringer Landesbergamt hatte am 14.10.2013 Casea (Remondis) die Aufsuchung im Bergwerksfeld Rüdigsdorf/Winkelberg genehmigt. Dafür hatte Casea am 10.6.2013 einen Antrag für neun Erkundungsbohrungen eingereicht.

Am 23.11. fand daher ein Aktionstag mit über 150 Teilnehmern am Winkelberg statt, nachdem schon am Wochenende davor das mit 70 Metern längste Transparent vor Ort gemalt wurde.

Außerdem ruft seit dem 19.12.2013 Christian Marx aus Nordhausen mit einer Online-Petition zur Beendigung der weiteren Zerstörung der einmaligen Südharzer Karstlandschaft, insbesondere die Einrichtung eines Raumordnungsverfahrens und die Einrichtung von Naturschutzgebieten.


 

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28.02.2013
Quelle: Aktionsbündnis Pro Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz

Online Petition für Karstlandschaft Südharz

Antrag auf Anerkennung des Biosphärenreservats in Sachsen-Anhalt soll endlich bei UNESCO eingereicht werden

ROSSLA - Seit 2009 ist das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz vom Land Sachsen-Anhalt ausgewiesen und könnte sofort auch von der UNESCO als eines von derzeit weltweit 610 Biosphärenreservaten und 16. deutsches Biosphärenreservat anerkannt werden.

"Könnte", denn die Gemeinde Südharz (Rottleberode) blockiert die Unterschrift unter den Antrag (siehe Meldung vom 19.1.2009 weiter unten), während alle anderen Gemeinden im Biosphärenreservat dafür sind.

Der Antrag sollte von allen kommunalen Vertretern der Gemeinden und Städte im Gebiet des Biosphärenreservats unterzeichnet werden. Während Sangerhausen, Allstedt, Berga und Wallhausen zugestimmt haben, sprach sich Rottleberode (Gemeinde Südharz) auch in ihrer finalen Gemeinderatsitzung dazu am 27.2.2013 gegen den UNESCO-Antrag aus.

Die Ablehnung führt vorerst dazu, dass die für den Tourismus und das Gesamtkonzept wichtige Anerkennung durch die UNESCO ausbleibt. Die Schutzgebiete nach Landesrecht bleiben hingegen weiterhin bestehen.

Rottleberode hatte vorher schon erfolglos gegen die Allgemeinverfügung, mit der das Biosphärenreservat nach Landesrecht ausgewiesen ist, geklagt. Die Lokalpolitik von Rottleberode scheint von den beiden ansässigen Großunternehmen Knauf und Ante-Holz beeinflusst zu werden.

Beide Unternehmen sind allerdings von Schutzzonen des Biosphärenreservates nicht betroffen: Knauf hat langfristig genehmigte Abbaufelder, die zudem im benachbarten Thüringen liegen. Ante verarbeitet ausschließlich Nadelholz, das zu bedeutenden Teilen von weit her per Bahn angefahren wird - die Wälder im Biosphärenreservat sind hingegen überwiegend Laubholz.

Mit einer Online-Petition ruft das Aktionsbündnis Pro Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz dazu auf, dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalts mitzuteilen, dass die Bevölkerung mehrheitlich hinter dem Biosphärenreservat steht und eine baldige Anmeldung bei der UNESCO wünscht.


 

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April 2012
Quelle: Harzkurier, wir-walkenrieder.de

Röseberg Ost: Protest vor Ort

Gipsbruch könnte UNESCO Welterbe-Status des Klosters Walkenried gefährden

WALKENRIED - Gegen den Gipsabbau am Röseberg Ost regt sich Widerstand vor Ort. Leider erst, nachdem der Abbau rechtskräftig genehmigt ist. Der neu gegründete Verein "Wir Walkenrieder" hat mit Bettlaken die vorgesehene Steinbruchkante im Wald am Röseberg vorrübergehend markiert und so die Sichtbarkeit des noch nicht begonnenen Steinbruchs vom Kloster Walkenried aus nachgewiesen.

Der Verein fordert Nachbesserungen bei Sicht- und Lärmschutz in Richtung Walkenried und sorgt sich auch um das Landschaftsbild des Gesamtensembles Kloster Walkenried, dessen historische Ansichten (Merian-Sitche) den Blick vom Röseberg aus auf das Kloster zeigen.

Der in Niedersachsen genehmigte Abbau am Röseberg Ost durch Saint Gobain Formula wäre zumindest im Winterhalbjahr vom Kloster Walkenied aus sichtbar und könnte den UNESCO-Welterbe-Status des Klosterensembles gefährden. "Ein Steinbruch mit Blickkontakt zum Kloster hat vermutlich dieselbe Wirkung wie ein Brücke vor der Frauenkirche" sagte Michael Reinboth von Wir Walkenrieder e.V. dem Harzkurier.


 

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Oktober 2010
Quelle: Harzkurier

Rotes Höhenvieh im Visier

Kühe von schießwütigem Jäger umgebracht

DÜNA - Ein Jäger hat Anfang Oktober bei Beierfelde Kühe des Harzer Roten Höhenviehs angeschossen, einer bedrohten Lokalrasse, die hier Magerrasen pflegt. Ein Tier musste am nächsten Morgen eingeschläfert werden. Ein weiteres und starb trotz aufwändiger Behandlung an der tierärztlichen Hochschule Hannover Wochen später, ebenso wie sein frühgeborenes Kalb.

Der 36-jährige Jagdgast aus dem Landkreis Osterode gab an, er habe damals nicht genau gewusst, was er in besagter Nacht anvisierte und die Kühe für Rotwild gehalten.


 

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17.05.2009
Quelle: NNZ-Online

Rüdigsdorfer Schweiz angebohrt

Steinbruchunternehmer bei ungenehmigten Probebohrungen ertappt

NORDHAUSEN - Zwei Bohrfahrzeuge, die Erkundungen der Gipslagerstätten im Bereich Gräblingstal / Kahleberg bei Rüdigsdorf durchführen sollten, steckten heute im Matsch fest und zogen so die Aufmerksamkeit auf sich. Heimlich bohren wollte hier Dr. Gerald Dehne. Er ist nicht nur Inhaber eines Bergbau-Planungsbüros, sondern auch Geschäftsführer und Miteigentümer zweier Gipsabbauunternehmen.

Dehnes Firmen Mineral Processing & Logistic GmbH und Uehrder Steinbruchsgesellschaft mbH (MPL Gmbh) betreiben mehrere Gips-Tagebaue im niedersächsischen Teil des Gipskarst und beliefern insbesondere BPB Formula in Walkenried. Dehne selbst gab an, lediglich im Auftrag privater Grundbesitzer zu bohren.

Laut Mitarbeitern der Wasser- und Naturschutzbehörden des Landkreises Nordhausen sind die Erkundungsbohrungen anzeigepflichtig und waren bisher nicht angemeldet. Die Behörden vermuten, dass Dehne mit den Bohrergebnissen Einfluss auf die Raumplanung nehmen möchte, um die Ausweisung eines Vorranggebietes für Rohstoffgewinnung im Regionalen Raumordnungsplan zu erreichen.

Teile des Gräblingstals sind als Ortsrandlage von Rüdigsdorf nicht Bestandteil des FFH-Gebiets Rüdigsdorfer Schweiz - Harzfelder Holz - Hasenwinkel, obwohl sie wertvolle Magerrasen und Wäldchen auf Gips enthalten.


 

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14.04.2009
Quelle: MLU Sachsen-Anhalt

Biosphärenreservat nun rechtskräftig

30.000 Hektar "Karstlandschaft Südharz" in Sachsen-Anhalt

ROSSLA - Die Karstlandschaft Südharz ist zum Biosphärenreservat erklärt worden. Landwirtschafts- und Umweltministerin Petra Wernicke hat dazu heute in Roßla (Landkreis Mansfeld-Südharz) die Urkunde an Thomas Leimbach, Präsident des Landesverwaltungsamtes, überreicht.

Die noch auszuweisenden Kernzonen sollen ihrer Aussage nach ausschließlich auf Flächen des Landesforstes beschränkt werden, damit keine zusätzlichen Einschränkungen für Private und Kommunen erfolgen. Darüber hinaus seien nur die bereits bestehenden Naturschutz- und NATURA-2000 Gebiete bei der Zonierung berücksichtigt worden.

Wernicke warb dafür, in absehbarer Zeit eine Anerkennung des Biosphärenreservates bei der UNESCO durch ein Klares Votum der Region zu beantragen. Weltweit gäbe es über 530 von der UNESCO anerkannte Biosphärenreservate. Die Karstlandschaft Südharz sollte zukünftig dazu gehören, so Wernicke. Das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz erstreckt sich über ca. 30.000 Hektar im südlichen Harz (Landkreis Mansfeld- Südharz). 


 

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21.01.2009
Quellen: BUND, Thüringer Allgemeine

Weckdienst für Thüringen und Niedersachsen

Umweltverbände und Opposition mahnen länderübergreifendes Biosphärenreservat an

ERFURT, HANNOVER - Die Landesverbände des BUND in Thüringen und Niedersachsen fordern nach dem Beschluss des Biophärenreservates "Karstlandschaft Südharz" in Sachsen-Anhalt, ein länderübergreifendes Biosphärenreservat, dass sich nicht an politischen, sondern an naturräumlichen Grenzen orientiert. Die Presseerklärungen des BUND können als PDF-Datei gelesen werden:
-> BUND Thüringen
-> BUND Niedersachsen

Auch von der politischen Opposition in Thüringen kommt Druck, wie die Thüringer Allgemeine berichtete:

"Von solch einer Nachricht ist Thüringen weit entfernt. Im Gegenteil, die Errichtung eines Biosphärenreservates in der Gipskarstregion in Nordthüringen liegt weiter im Dornröschenschlaf", erklärte Frank Augsten, Landessprecher der Grünen.

"Wir haben die Entwicklung verschlafen und müssen nun endlich schnell handeln.", meinte Dagmar Becker, SPD-Kreischefin und umweltpolitische Sprecherin im Erfurter Landtag.

Auch in Sachsen-Anhalt wollte die CDU wie in Thüringen ursprünglich nur einen Naturpark einrichten, erinnerte Nadine Hampel, SPD-Landtagsabgeordnete im Nachbarbundesland. Der aber hätte "für die Südharzregion keinen zusätzlichen Imagegewinn gebracht". Die tourismus- und arbeitsmarktpolitische Sprecherin ihrer Fraktion erwartet infolge einer deutlich erhöhten Urlauberzahl neue Jobs in der Tourismuswirtschaft und im Handwerk.

Die Thüringer Bündnisgrünen appellierten erneut an die Landesregierung, dem Nachbarland zu folgen, um einen länderübergreifenden Schutz und einheitliche Entwicklungskonzepte für diese Landschaft zu gewährleisten. "Die Entwicklung einer ganzen Region und der Erhalt der in Europa einmaligen Gipskarstlandschaft wird sonst leichtfertig aufs Spiel gesetzt", so Augsten.


 

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19.01.2009
Quellen: KNU, Mitteldeutsche Zeitung

Gipsindustrie versucht Biosphärenreservat zu bremsen

KNAUF-Ort Rottleberode will UNESCO-Antrag weiter blockieren

ROTTLEBERODE - Auch nach der breiten politischen Zustimmung für die Ausweisung des Biosphärenreservats Gipskarstlandschaft Südharz nach Landesrecht hält die Blockade des Naturschutzgroßprojekts durch Rottleberode an.

Geht es nach dem Bürgermeister von Rottleberode Ralf Rettig, wird die Gemeinde einem geplanten Antrag auf Anerkennung als Weltnaturerbe bei der Unesco im Jahr 2012 nicht zustimmen. Für die Ausweisung ist jedoch nach Unesco-Kriterien ein einmütiges Votum aller betroffenen Kommunen erforderlich.

Die sachsen-anhaltiner Gemeinde Rottleberode an der Landesgrenze zu Thüringen wird vom Gipskonzern KNAUF dominiert. KNAUF betreibt dort ein Gipswerk, dass im größten aktiven Tagebau der Gipskarstlandschaft den Alten Stolberg in Thüringen abbaut und dem Ort Arbeitsplätze und Steuereinnahmen beschert. Entsprechend politisch abhängig ist der Bürgermeister von dieser Firma.

Rettigs Argumente gegen das Biosphärenreservat (wirtschaftliche Einbußen durch verschärfte Einleitbedingungen für Abwässer) wirken vorgeschoben, da die von ihm befürchteten Änderungen nichts mit dem Schutzstatus, sondern mit allgemeinen Umweltauflage durch die EU und Landesrecht zu tun haben. Das lässt vermuten, dass KNAUF ein länderübergreifendes Schutzgebiet im Keim ersticken will, und in Thüringen über die bestehenden - für viele Jahrzehnte reichenden - Gips-Abbaugenehmigungen hinaus weitere Gebiete in Steinbrüche umwandeln möchte.


Rottleberode, das Gipswerk und der Tagebau im Karstbuchenwaldgebiet 'Alter Stolberg'.
Die weiß gestrichelte Linie ist die Landesgrenze - links Thüringen, rechts Sachsen-Anhalt.
-> Größere Kartenansicht in Google Maps öffnen

 
 

 

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13.01.2009
Quellen: KNU, Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt

Endlich Bekenntnis zum Biosphärenreservat

Karstlandschaft in Sachsen-Anhalt wird 2009 Biosphärenreservat

MAGDEBURG - Das Kabinett in Sachsen-Anhalt hat heute in seiner Sitzung einstimmig die Ausweisung des Biosphärenreservates "Gipskarstlandschaft Südharz" per Verordnung beschlossen.
Siebzehn Jahre nach dem Beschluss Sachsen-Anhalts zur Schaffung eines Biosphärenreservats im Gipskarst und acht Jahre nach Einsetzung einer Verwaltung dafür, entsteht immerhin der sachsen-anhaltinische Teil des Biosphärenreservats.

Grund für den fast "geologisch lang" anmutenden Zeitraum bis Sachsen-Anhalt sich zum Biosphärenreservat im Gipskarst durchgerungen hat, war im wesentlichen der politische Druck der Bundesländer Thüringen und Niedersachsen. Diese hatten sich zwar im Januar 1999 zur Schaffung eines länderübergreifenden Biosphärenreservats bekannt (siehe PDF-Datei "Fragen und Antworten zum geplanten Biosphärenreservat", Seite 1), haben aber in der Folgezeit das Projekt hintertrieben, bis sie es 2007 offiziell begruben.

Der Einfluss der Gipsindustrie auf die verschiedenen Regierungen in Niedersachsen und Thüringen ist berüchtigt.

Mit dem Kabinettsbeschluss wurde ein erster Schritt auf den im mehrfachen Sinne steinigen Weg für ein gemeinsames Biosphärenreservat der drei Bundesländer Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen gebracht.

Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt
Originaltext der Pressemitteilung vom 13.01.2009
 
Nach dem Umweltausschuss des Landtages hat sich nun auch die Landesregierung für eine Ausweisung der Karstlandschaft Südharz als Biosphärenreservat ausgesprochen. Landwirtschafts- und Umweltministerin Petra Wernicke sagte am heutigen Dienstag nach der Kabinettssitzung in Magdeburg, damit erkenne die Landesregierung den Naturreichtum dieser einzigartigen Landschaft an. Ihr Ministerium werde nun im ersten Quartal diesen Jahres das Biosphärenreservat nach Landesrecht ausweisen. Außerdem soll ein wissenschaftlicher Beirat eingerichtet und die Auswirkungen auf die Wirtschaft untersucht werden. Eine Ausweisung als UNESCO-Reservat werde für 2012 angestrebt.
 
Biosphärenreservate sind großräumige Schutzgebiete, die in ihren Hauptteilen bereits vorhandene Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete zusammenfassen. Mit ihnen werden bestimmte Landschaftstypen  und ihre Ökosysteme geschützt. Biosphärenreservate stehen auch für das Miteinander von Mensch und Natur; eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung ist zu fördern. Die UNESCO strebt ein weltumspannendes Biosphären-Gebietssystem an, das sämtliche Landschaftstypen erfasst. Wernicke: „Auch in den zahlreichen fachlichen Stellungnahmen von überregionalen Einrichtungen, Verbänden und Vereinen wird deutlich, dass wir mit dem Südharz ein herausragendes schützenswertes Kleinod haben. Hier wird es ein Nebeneinander von Natur, Erholung und Wirtschaft geben. Ein Biosphärenreservat ist eine enorme Chance für die Region, Wirtschaft und Tourismus nachhaltig zu entwickeln.“
 
Nun müsse die Zeit bis 2012 für Überzeugungsarbeit in den Kommunen genutzt werden, die das Reservat noch ablehnten. Eine Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat erfordere, so schreibe es die UNESCO vor, ein einstimmiges Bekenntnis durch die Gemeinden in der Region. Die Anhörungen zeigten jedoch, dass Zustimmung und Ablehnung der 16 beteiligten Kommunen sich die Waage halten. Die Ministerin appellierte an die Gegner des Projektes, sich offen und vorurteilsfrei den guten Argumenten für ein Biosphärenreservat zu stellen. Trotz jahrelanger Diskussionen würden immer noch längst widerlegte Behauptungen vorgetragen.
 
So sei ein Hauptargument die Befürchtung von zusätzlichen Bewirtschaftungsbeschränkungen. In der Allgemeinverfügung stünden jedoch keine neuen Auflagen. Die Ministerin betonte: „Nach der Ausweisung des Biosphärenreservats ist lediglich die Umsetzung des Kernzonenkonzepts  einzuleiten. Und das betrifft nur Landesflächen!“ Es würden also keine Interessen von Kommunen oder Privaten berührt.
 
Die nationale Ausweisung der Natura-2000 Flächen gemäß Naturschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt im Gebiet beruhten auf gesetzlicher Verpflichtung und müssten daher umgesetzt werden - mit oder ohne Biosphärenreservat. Dadurch eventuell mögliche Einschränkungen für Landnutzer und Landeigentümer seien nicht der Ausweisung eines Biosphärenreservats oder der Einordnung der entstehenden Schutzgebiete in die Zonierung des Biosphärenreservates anzurechnen.
 
Hintergrund:
Das Weltnetz der UNESCO-Biosphärenreservate umfasst 531 Biosphärenreservate aus 105 Staaten, 13 davon in Deutschland.
Das Biosphärenreservat "Karstlandschaft Südharz" (in Gründung) umfasst mit 30.034 Hektar sechs Naturschutzgebiete, sechs NATURA 2000-Gebiete und ein Landschaftsschutzgebiet. Es zeichnet sich durch die für Europa einmalige Gipskarstlandschaft aus. Geologische Vielfalt, verschiedene Klimastufen und eine jahrhunderte lange extensive Landnutzung haben eine Vielzahl wertvoller Lebensräume hervorgebracht.
In dem Gebiet finden sich mehr als 1450 Pflanzenarten, unter ihnen 27 Orchideen. Unter den seltenen Tierarten sind der Hirschkäfer, der Feuersalamander, Schwarzstorch, Wanderfalke und Uhu. Hier finden sich ideale Bedingungen für Fledermäuse, von denen Fachleute hier 19 Arten zählen. Insbesondere der Südharz beherbergt die größte Wildkatzenpopulation Norddeutschlands. Seit den 80er Jahren wird nach einer Möglichkeit gesucht, Schutz der Natur und Entwicklung der Region langfristig und großräumig zu gestalten.
1992 beschloss die Landesregierung, Rahmenbedingungen für die Errichtung eines Biosphärenreservates zu schaffen, damals noch unter Beteiligung von Thüringen und Niedersachsen. Die beiden Länder stiegen später aus, 2007 kam die endgültige Absage. 2002 nahm die Biosphärenreservatverwaltung in Roßla ihre Arbeit auf.
 


 

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05.07.2007
Quelle: NABU Pressedienst

Politisches Versprechen bewusst vergessen

NABU fordert die Ausweisung des Biosphärenreservat "Südharz"

JENA - Im Oktober 1992 bekundeten die Landesregierungen von Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen im Rahmen einer gemeinsamen Kabinettsitzung ihr Interesse an der Errichtung eines länderübergreifenden Biosphärereservates "Karstlandschaft Südharz".

Bis zum heutigen Tag wird dieses Vorhaben von der Thüringer Landesregierung blockiert. Das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt (TLMNU) hat extra für dieses Vorhaben die "Arbeitsgruppe Südharz" ins Leben gerufen. Allerdings tagte diese Arbeitsgruppe einmalig im Juli 1999 und seit dieser Zeit – "still ruht der See".

Auch der Nordhäuser Kreistag bekannte sich im Dezember 1995 mit einem Beschluss zu dem Biosphärenreservat. Daraufhin richtete der Landrat im Mai 1996 eine entsprechende Petition an den Thüringer Landtag. Hierauf erfolgte erst mal keine Reaktion - die CDU wollte das nicht und das hat seine Gründe. Obwohl es eine ordentliche Anzahl von Abbaugebieten gibt, ist die Begehrlichkeit nach dem Rohstoff Gips, der die wunderbare Landschaft am südlichen Rand des Harzes prägt, ungebrochen. Erst 2007 wurde bei Appenrode/ Woffleben ein neuer Steinbruch genehmigt, obwohl Ministerpräsident Althaus wenige Monate vorher bei einem Besuch der Nordhäuser Region verlauten ließ, dass keine Abbaugenehmigungen mehr erteilt werden.

Aus der Sicht des NABU Thüringen wird die Ausweisung eines Biosphärenreservates von der Landesregierung bewusst verhindert. Die Ausweisung eines solchen Gebietes würde dem Gipsabbau Einhalt gebieten und es dürften keine weiteren Genehmigungen mehr erteilt werden. Aber auch ein Naturpark Südharz, der vom Kreistag beantragt wurde, bringt der Rohstofflobby Ungemach. Deshalb wurde auch dieser Gedanke vom TMLNU erst einmal auf 2009 verschoben.

Wie sieht es dagegen in anderen Ländern aus? Während auch in Niedersachen die Ausweisung eines Biosphärenreservates "Südharz" weiter auf sich warten lässt, hat Sachsen-Anhalt längst Nägel mit Köpfen gemacht. Seit 2003 existiert im sächsisch-anhaltinischen eine Biosphärenreservatsverwaltung "Karstlandschaft Südharz".

Der NABU Thüringen protestiert energisch gegen den Wortbruch des Ministerpräsidenten, und gegen die Zerstückelung der Landschaft. Er ist der Auffassung, dass der Nordthüringer Region durch diese Taktik von Landesregierung und Umweltministerium die Möglichkeit zur Förderung von Naturerleben und die Erweiterung ihrer Tourismusentwicklung genommen wird.

Der NABU fordert mit Nachdruck das längst überfällige Biosphärenreservat auszuweisen, damit auch nachfolgende Generationen in den einmaligen Genuss dieser einzigartigen Gipskarstlandschaft kommen.


 

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27.06.2005
Quelle: BUND Thüringen, nnz-online

Doch Gipsabbau im FFH-Gebiet?

Präzedenzfall neuer Gipsabbau droht in Rüdigsdorfer Schweiz

NORDHAUSEN - Das Unternehmen BPB Formula hat neue Pläne zum Gipsabbau im Gebiet Günzdorf zwischen Neustadt und Harzungen vorgelegt. Diesmal zum Untertagebau: "Hiermit versucht das Unternehmen, die Ablehung seiner Abbaupläne, die durch die Nachmeldung des Harzfelder Holzes als FFH Gebiet und durch die Ablehnung seitens der Kommune bereits bevorstand, zu umgehen," so Klaus-DieterKorb vom BUND Kreisverband Nordhausen.

"Es ist auch kein Zufall, dass von der Durchführung eines Raumordnungsverfahrens keine Rede ist," so Korb weiter. Denn nur dies würde die Fragen der Raumverträglichkeit des Vorhabens, der Lärm und Staubbelastungen durch Verkehrsaufkommen und der Fremdenverkehrsbelange ausreichend berücksichtigen. "Statt dessen legt das Unternehmen nur einen Termin zur Anhörung über Umfang und Inhalte einer FFH-Verträglichkeitsprüfung vor, bei dem die Kommunen ihre eigenen Belange so gut wie nicht vorbringen können," argumentiert der Kreisgruppenvorsitzende. "Das Bergamt unterstützt das Ganze, indem es engste Fristen vorgibt!" Der BUND ruft daher dringlichst die Kommunen und den Landkreis auf, sich vor Ablauf der Fristen für die Durchführung eines Raumordnungsverfahrens einzusetzen. Nur so können die Kommunen ihre Belange ausreichend zur Geltung bringen.

"Der weiße Fleck in der Karte des Raumordnungsplanes 99 für das Bergwerksfeld 'Günzdorf' bedarf einer raumordnerischen Prüfung mit Beteiligung der Kommunen und des Kreises und nicht einer Schaffung von Tatsachen durch einen Alleingang des Bergamtes," so der BUND.


 

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Demonstration des Bund Naturschutz auf den von KNAUF abgeschobenen Flächen an den Sieben Buckeln, 30.07.2004

Foto: Bund Naturschutz
   

30.07.2004
Quelle: Bund Naturschutz

KNAUF baggert an Gipssteppe

Gipsabbau an "Sieben Buckeln" hat begonnen

MARKT NORDHEIM / BAYERN - Gipskonzern KNAUF beginnt trotz Protesten und schwebendem Gerichtsverfahren mit dem umstrittenen Gipsabbau am Naturschutzgebiet "Sieben Buckel und Gipshöhle Höllern" begonnen. Neben dem bereits erfolgten Abschieben des Oberbodens wird derzeit eine geteerte Zufahrtsstrasse zu dem 11,5 Hektar großen Steinbruch am Naturschutzgebiet gebaut.

Demonstration des Bund Naturschutz auf den von KNAUF abgeschobenen Flächen an den Sieben Buckeln 30.07.2004

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Zum Gipsabbau abgeschobene Wiesenfläche unmittelbar angrenzend an den Sieben Buckeln.

Foto: Bund Naturschutz
   

 

Mit Transparenten protestiert der Bund Naturschutz an der Baustelle Dazu der Vorsitzende des Bundes Naturschutz, Prof. Dr. Hubert Weiger: "Wir fordern die Firma KNAUF auf, den Abbau sofort einzustellen und nicht bereits vor dem richterlichen Entscheid unumkehrbare Fakten zu schaffen. Der Bund Naturschutz hat mehrere Gutachten zur Schutzwürdigkeit und zu den Grundwasserverhältnissen vorgelegt, die belegen, dass die Entscheidung des Bergamtes Bayreuth unkorrekt ist."

Der Bund Naturschutz hat gegen das umstrittene Abbauprojekt an einer der für den Erhalt seltener Gipssteppenvegetation wertvollsten Landschaften Bayerns 2001 beim Verwaltungsgericht Ansbach Klage eingereicht. Die vorgelegten Gutachten machen dem Gericht die Entscheidung offenbar nicht mehr so leicht wie im November 2003, als ein vom Bund Naturschutz beantragter gerichtlicher Baustopp abgelehnt worden war.

Die Gipshügel "Sieben Buckel" und die darauf wachsenden Gipssteppen sind Relikte einer vergangenen Landschaft: nachdem sich die Eismassen der letzten Eiszeit zurückgezogen hatten, konnten sich in der offenen Landschaft vor etwa 10 000 Jahren wärme liebende Pflanzen und Tiere in Mitteleuropa ausbreiten. Ihre Heimat waren die Steppen Osteuropas und Asiens. Als das Klima später wieder gemäßigter wurde, verschwanden die Steppen bis auf kleine Reste – in ganz Bayern sind nur noch vier kleine Standorte dieser Gissteppen übrig geblieben.

Die ursprünglich geplante Erweiterung des Naturschutzgebietes würde dem Steinbruch zum Opfer fallen. Alle bisherigen Anstrengungen des Bund Naturschutz – seit den 60er Jahren Eigentümer der Naturschutzflächen – zum Schutz und der Förderung der Naturkostbarkeiten wären in Frage gestellt.

Bei erneuten Gesprächen zwischen dem Bund Naturschutz und der Firma KNAUF konnte keine Einigung über das weitere Vorgehen am Naturschutzgebiet gefunden werden. Die Einmaligkeit und Empfindlichkeit der Gipssteppen und des darunter befindlichen Höhlensystems und die Schutzbedürftigkeit des gesamten Areals beeindruckten den Gipskonzern nicht.

Angesichts der im Regionalplan bereits ausgewiesenen 12 200 Hektar Vorrang- und Vorbehaltsflächen für den Gipsabbau in West-Mittelfranken besteht derzeit keine Not für KNAUF, am Rande eines der empfindlichsten Ökosysteme Gips abzubauen.

Hier geht es um mehr: Nach Auffassung von KNAUF soll der Abbau neue Gipssteppenstandorte schaffen und so "dem Naturschutz dienen". An den Sieben Buckeln soll also unter dem Deckmantel des Naturschutzes der Rohstoffabbau als Naturschutzmaßnahme etabliert werden und so ungezügelter Gipsabbau in geschützten und europaweit bedeutsamen Gebieten auch anderswo genehmigungsfähig werden.

Statt neuen Gipssteppen, werden sich nach dem dreijährigen Abbau Ruderalplanzen in dem Tagebau ausbreiten, da der 10 000 jährige Bildungsprozess eines Steppenbodens fehlt. Durch die gerade erfolgten Abbauvorbereitungen hat KNAUF Reste der Steppenvegetation auf Geländekanten und Feldrainen außerhalb des Naturschutzgebietes fragmentiert (siehe Foto).

Zum Gipsabbau abgeschobene Wiesenfläche unmittelbar angrenzend an den Sieben Buckeln

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Gemeinsam mit einer Vielzahl von Verbänden und Fachleuten sieht der Bund Naturschutz den Bestand des gesamten Schutzgebietes durch den angrenzenden Gipsabbau bedroht. Damit würden nicht nur die berühmten gelb blühenden Frühlings-Adonisröschen oder das Federgras und viele seltene Tierarten wie der Erd-Bock im Naturschutzgebiet gefährdet, auch ein Einsturz der als bedeutendes Fledermausquartier bekannten Gipshöhle Höllern durch Sprengungen in unmittelbarer Nähe wäre wahrscheinlich. Beeinträchtigungen der nur wenige hundert Quadratmeter (!) großen Gipssteppen durch Grundwasserabsenkungen sind nicht auszuschließen.

Der Bund Naturschutz bittet um Unterstützung für den Schutz der Sieben Buckel: Schreiben Sie weiter Protestmails an KNAUF über: www.bund-naturschutz.de/projekte/siebenbuckel/


 

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13.05.2004
Quellen: AllMoldova.com, Moldavian Ecologist Movement

KNAUF zerstört 3-größte Gipshöhle der Welt

Sprengschäden in Moldaviens Gipskarst

MOLDAVIEN - Seit 1996 baut der deutsche Gipsmulti KNAUF den hochreinen miozänen Gips im Gipsbruch von Criva in großem Stil ab. Jetzt wurden enorme Sprengschäden entdeckt: Höhlenräume der berühmten "Emil Racovita Höhle" sind zerstört, viele Höhlengänge wurde geflutet und der Haupt-Höhlenzugang blockiert.

Offenbar sind durch die Explosionen und den damit verbundenen Manipulationen am Karstwasser auch neue Höhlenräume entstanden - unter den Häusern des Dorfens Criva. Der Bürgermeister von Criva wirft KNAUF Missachtung der moldavischen Umweltgesetzte vor. Das Parlament der Republik Moldavien will erst einer gerade in Auftrag gegebenen Expertenuntersuchung der Höhle entscheiden, ob im September die Gipsabbaukonzession von KNAUF überhaupt noch verlängert wird.

Die "Emil Racovita Höhle" im Norden der Republik Moldavien gilt mit ihren 89 km langen Höhlenräumen, die sich über mehrere Stockwerke erstrecken, als die drittgrößte Gipshöhle und als achtlängste Höhle der Welt. Von besonderer Schönheit sind ihre großen Hallen und die über 20 Höhlenseen. Die berühmteste Höhle Moldaviens wurde 1959 bei Sprengarbeiten im Gipsbruch von Criva entdeckt. Inzwischen ist auch ein natürlicher Eingang durch ein Schluckloch auf ukrainischem Gebiet bekannt geworden.


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Steilhang am Winkelberg mit Blaugrasrasen

Winkelberg - Steilhang mit Blaugrasrasen
   

27.04.2004
Quellen: BUND Thüringen, KNU

Ganzer Winkelberg wird FFH-Gebiet

Thüringer Landesregierung beschließt FFH-Nachmeldung

ERFURT - Die Thüringer Landesregierung hat in ihrer heutigen Sitzung einige von der Europäischen Union angemahnte Nachmeldungen von FFH-Gebieten beschlossen. Die Nachmeldung umfasst im Gipskarst nun auch den bisher umstrittenen Südost-Teil des Winkelbergs, das gesamte Brandholz im Harzfelder Holz, Hopfenberg und Halbenberg, und Kappelberg und Hasenwinkel bei Harzungen.

Für das FFH-Gebiet Nr. 006 "Rüdigsdorfer Schweiz - Harzfelder Holz", . hatte Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie die neuesten Fachdaten ausgewertet und war in ihrer Stellungnahme zu dem Ergebnis gekommen, dass nicht nur die Umgebung des Brandholzes im Norden, sondern auch der Winkelberg im Süden des Gebietes auf Grund der Bedeutung für den Fledermausschutz nachmeldepflichtig sind.

Durch die Nachmeldung erhöht sich der FFH-Anteil bezogen auf die gesamte Thüringer Landesfläche von derzeit 8,3 auf ca. 10 %. Die Gebiete werden gemäß dem mit der Kommission abgestimmten Zeitplan bis zum 31.05.2004 beim Bundesumweltministerium eingereicht. Dieses leitet die Meldung dann an die EU-Kommission weiter. Im Jahr 2005 wird voraussichtlich die vollständige Gebietsliste im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden.

Während das Land Thüringen nun davon ausgeht, ausreichende Teile von FFH-Lebensräumen in Thüringen gemeldet zu haben, weisen die Gipsgebiete außerhalb der Rüdigsdorfer Schweiz nach wie vor naturschutzfachlich falsche Abgrenzungen bzw. Kohärenzprobleme auf: Die Gebietsmeldungen am Himmelberg/Bromberg und am Alten Stolberg lassen Lücken gemäß den Abbauplänen der Gipsindustrie; der Grenzstreifen am Röseberg ist überhaupt nicht gemeldet. Hier drohen weiterhin Vertragsverletzungsverfahren.


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10.03.2004
Quellen: nnz-online, Thüringer Allgemeine, BUND

Rüdigsdorfer Schweiz vor Gipsabbau gerettet?

Ministerpräsident verkündet Ablehnung aller Abbauanträge

NORDHAUSEN - Der langanhaltende Widerstand von Bürgern, Gemeinden und Umweltverbänden gegen die Gipsabbauvorhaben in der Rüdigsdorfer Schweiz führte diese Woche endlich zum Erfolg. Nach mehreren Voranzeichen für den Schutz der Natur im Harzfelder Holz und am Winkelberg, verkündete Thüringens Ministerpräsident Althaus nun das politische Aus für alle Gipsabbauvorhaben in der Region Rüdigsdorfer Schweiz. Mit Blick auf den brachliegenden Steinbruch Kohnstein sagte er überdies, es solle keinen neuen Tagebaue im Landkreis Nordhausen geben, die bestehenden sollten ausgebeutet werden. Damit müssten in der Praxis die Ablehnung der Abbauanträge von BPB Formula für Günzdorf im Harzfelder Holz und am Kuhberg sowie für Heidelberger Zement am Winkelberg vom Land Thüringen erwirkt werden. Genehmigungsbehörde ist in allen drei Fällen das Landesbergamt Thüringen, der Kuhberg ist allerdings bereits einmal auf der Stufe des Raumordnungsverfahrens als Abbaugebiet abgelehnt worden, BPB Formula klagt aktuell gegen diesen Beschluss. Des weiteren müsste dies ebenfalls das Aus für den Abbauantrag von BPB Formula am Himmelsberg bei Woffleben sein. Wieweit Ministerpräsident und Wirtschaftsminister es ernst meinen mit ihren Aussagen wird sich erst noch herausstellen: erst wenn die Gebiete sowohl als FFH- als auch als Naturschutzgebiete ausgewiesen sind, wird hier ein Gipsabbau - hoffentlich dauerhaft - unterbunden sein.

Letzte Woche teilte das Thüringer Umweltministerium bereits mit, dass für den von BPB Börgardts geplanten Gipsabbau im Harzfelder Holz (Teil Brandholz) gelassene Loch im FHH-Gebiet durch FFH-Nachmeldung zu schließen. Die Abgrenzung des FFH-Gebietes im Bereich Harzfelder Holz-Günzdorf hatte sich fachlich als unhaltbar erwiesen und hätte eine Beschwerde der Europäischen Union nach sich gezogen. Auch der Flächennutzungsplan für die Gemeinde Petersdorf wurde vom Land genehmigt - er schließt Gipsabbau am Winkelberg außerhalb des alten Steinbruchs aus.

Demonstration vor dem " Roland" in Neustadt am 9. März 2004 - Foto: nnz-online

Foto  (Quelle: nnz-online):
Demonstration am 9. März 2004 von BUND, Bündnis 90 / Die Grünen und Kommunalpolitikern vor dem Neustädter Roland für den Schutz des Winkelbergs anlässlich des Ministerpräsidenten-Treffens in Neustadt.

Umweltverbände und Kommunalpolitiker begrüßten die Entscheidung; mahnten aber auch an, die Flächen alsbald dem Naturschutzgebiet Rüdigsdorfer Schweiz anzugliedern und den ganzen Winkelberg sofort ins FFH-Gebiet aufzunehmen.


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19.02.2004
Quelle: KNU

Abbauanträge für Rüdigsdorfer Schweiz

Heidelberger Zement / Südharzer Gipswerke Ellrich und
BPB Formula / Börgardts legen Anträge für Gipsabbau vor

NORDHAUSEN - Pünktlich zum Jahr der Landesgartenschau in Nordhausen legt die Firma Heidelberger Zement weitere Antragsunterlagen vor zum Planfeststellungsverfahren für den Abbau des Nordhäuser Heimatberges "Winkelberg" in der Rüdigsdorfer Schweiz. Die am 5. Februar der Stadt Nordhausen über das Landesbergamt zur Stellungnahme übersandten Unterlagen sind die Ergebnisse einer im Auftrag der Gipsfirma erstellten FFH-Verträglichkeitsstudie.

Das Abbaugebiet umfasst bis auf eine Kulisse im Westen den ganzen südlichen und mittleren Teil des Winkelbergs mit Trockenrasen, Magerwiesen und Wäldern. Achtzehn Hektar dieses Kleinods der Natur sollen den Naturgips-Raubbau zum Opfer fallen. Der Abbaubereich wurde zuvor auf Wunsch der Gipsfirma von der Thüringer Landesregierung aus dem FFH-Gebiet Rüdigsdorfer Schweiz ausgeklammert.

Heidelberger Zement - deren Südharzer Werk ohnehin kaum Arbeitsplätze hält, plant zur reinen Gewinnmaximierung und gegen den Willen der fast gesamten Bevölkerung des Landkreises ein touristisch höchst attraktives Gebiet abzubaggern. Aus gut informierten Kreisen verlautete, dass der Winkelberg ohnehin nur als "Sahnehäubchen" zur besseren Veräußerung des schlecht laufenden Ellricher Gipswerkes in naher Zukunft dient. Dafür werden aber zahlreiche Arbeitsplätze im Tourismus insbesondere im Gebiet Harzungen, Neustadt und Nordhausen aufs Spiel gesetzt.

Das "Planfeststellungsverfahren" stößt in Nordhausen auf Ablehnung, da nur ein offizielles "Raumordnungsverfahren" die Auswirkungen des Gipsabbaus auf die gesamte Region berücksichtigen könnte. Die eingereichte FFH-Verträglichkeitsprüfung muss die Auswirkungen des Abbaus auf das FFH-Gebiet Rüdigsdorfer Schweiz als Ganzes untersuchen und ist durch den neuen Abbauantrag von BPB Formula unbrauchbar geworden.

BPB Formula / Börgardts hat soeben einen Hauptbetriebsplan für einen ersten Abbau für das ebenfalls in der Rüdigsdorfer Schweiz gelegenen Harzfelder Holz beim Oberbergamt eingereicht. Hier will die Firma BPB Formula 30-40 Hektar wunderschönen alten Laubwaldes in eine Kraterlandschaft verwandeln. Der Gipskonzern setzt dabei die sogenannte "Salami-Taktik" ein und beantragt das Gebiet scheibchenweise in Abschnitten unter 10 Hektar. Der jetzt vorgelegte Antrag umfasst als Türöffner ein Waldgebiet im Osten des Hopfenbergs, dass biologisch weniger wertvoll ist, als die weiteren Abbauschritte.

Auch der von BPB Formula favorisierte Teil des Harzfelder Holzes wurde zuvor von der Thüringer Landesregierung aus dem FFH-Gebiet Rüdigsdorfer Schweiz ausgeklammert - ebenfalls entgegen den Bestimmungen der Europäischen Union, die eine rein naturschutzfachliche Abgrenzung der Gebiete vorschreibt.


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19.09.2003
Quelle: GFB

Karst-Dauerausstellung in Bad Sachsa

Naturharz-Infostelle informiert auch über den Südharzer Gipskarst

Ausstellungseröffnung in Bad Sachsa

BAD SACHSA - Im neben der Musikmuschel gelegenen "Freizeit- und Spielhaus" im Kurpark Bad Sachsa ist ab heute auch der Südharzer Gipskarst vertreten. Die neue Naturharz-Infostelle bietet eine Natur-Erlebnis-Ausstellung mit den Schwerpunkten:

  • Fotoausstellung zur Natur des Südharzer Gipskarstes und Informationsmaterial zum Mitnehmen;
  • Nationalpark-Harz-Informationsstelle mit Waldecke, Tierpräparaten ständig aktuellem Informationsmaterial;
  • In Vorbereitung ist noch eine Informationsecke mit PC-Präsentation zu Gipskarst und Karstwanderweg.

Im Jahr 2002 hat die Stadt Bad Sachsa vom Harzer Verkehrsverband im Rahmen der Tourismusoffensive Harz 21 die Auszeichnung "Natur-Harz" erhalten. Dies war auch Anlass für die jetzt erfolgte Einrichtung der ständigen Informationsstelle zum Thema Natur-Erlebnis.

Foto oben: Eröffnungsfeier u.a. mit Bürgermeisterin Helene Hofmann, Franz Dundler - Marketinggesellschaft Bad Sachsa, Ursula Schäfer - Gesellschaft zur Förderung des Biosphärenreservates Südharz e.V., Friedhart Knolle und Ranger von der Nationalparkverwaltung Harz.


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10.03.2003
Quellen: Harzkurier, Naturfreunde

Rigips macht den Blossenberg platt

Keine Achtung vor Kammmolch, seltenen Pflanzen oder europäisch einmaligen Lebensräumen

Blossenber Ost

OSTERODE - Dort, wo bisher noch Schafe friedlich grasen, Spaziergänger vom "Feldherrnhügel" auf Osterode und den Harz blicken können, dort wo man heute noch über eine hügelige blütenübersäte Wiese laufen kann, will die Firma Rigips nach Abbau der Kreuzstiege das nächste über 7 Hektar große Loch in die einmalige Gipslandschaft bei Osterode schlagen. "Die Firma hat vor nichts Respekt: Land- und Wasserlebensraum des europäisch geschützten Kammmolchs sollen ebenso abgebaut werden wie Hunderte von äußerst seltenen Pflanzen. Die schönsten Buckelwiesen nach Beierfelde hinab sollen "platt" gemacht werden, ja der Abbau wird sogar das Wahrzeichen des Gebietes den markanten "Feldherrnhügel" nicht verschonen. Alte freistehende Eichen sollen gefällt werden ebenso wie ein Teil des Waldes oberhalb der offenen Wiesen", so Ursula Schäfer, Landesumweltreferentin der NaturFreunde Niedersachsen.

Die NaturFreunde hatten Ende Februar 2003 beim Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Göttingen Akteneinsicht genommen. "Die Auswertung der uns dort vorgelegten Unterlagen hat nicht nur bestätigt, dass die Gipsfirma die wertvollsten Flächen am Blossenberg am Standortübungsplatz bei Osterode zerstören will, vielmehr umgeht Rigips auch die europäischen Naturschutzgesetze: die EU-weit vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsstudie war völlig unzureichend, für die durchzuführende FFH-Verträglichkeitsstudie wurden erst gar keine Unterlagen eingereicht. Damit verstößt die Firma gegen die geltenden europäischen Naturschutzgesetze", so die Naturschützer.

Dem Gewerbeaufsichtsamt erging eine entsprechende Stellungnahme der NaturFreunde. Bemängelt wurde neben den fehlenden Unterlagen auch das Verschweigen der Kammmolchvorkommen im Abbaugebiet sowie der Abbau genau jenen Hanges, an dessen Fuß der Wasserlebensraum der europäisch geschützten Kammmolche liegt. "Es ist unglaublich, die Firma behauptet, dass die am Hangfuß liegenden Gewässer nicht trocken fallen werden. wenn der gesamte über ihnen liegende Hang abgebaut wird! Als angebliche "Schutzmaßnahme" werden Wasserstandsmessungen als Garantie abgeben! Mit Wasserstandsmessungen kann man das Absenken des Wasserspiegels aber nicht verhindern. Damit kann man höchstens feststellen, wann es zu spät ist" so die verärgerten Naturschützer. Vom Gewerbeaufsichtsamt Göttingen erwarten sie, dass von der Abbaufirma komplette Antragsunterlagen eingefordert werden und die europäischen Naturschutzgesetze korrekt angewandt werden.


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Februar 2003
Quelle: Europäische Union, Naturfreunde

Thüringen muss nachsitzen

Rüffel aus Brüssel: Diverse FFH-Lebensraumtypen und -Arten muss das Land Thüringen der EU nachmelden

BRÜSSEL - Thüringen ist seiner Meldepflicht für das Schutzgebiets- System Natura 2000 völlig unzureichend nachgekommen. Diverse Lebensraumtypen und Tierarten müssen nachgemeldet werden. Werden die unzureichenden Meldungen für den Gipskarst behoben?

Das offizielle Protokoll der Europäischen Union zu den deutschen Natura 2000 Meldungen für die kontinentale biogeographische Klimaregion sagt, dass Thüringen in einem großen Teil der meldepflichtigen Lebensraumtypen und Arten erhebliche Defizite aufweist. So muss Thüringen unter anderem die meisten Waldlebensraumtypen, orchideenreiche Trocken - und Halbtrockenrasen, Flach- und Berglandmähwiesen sowie alle temporär wassergefüllten Erdfälle (sog. "Turloughs") nachmelden.

Alle diese Lebensraumtypen sowie diverse Fledermausarten finden sich auch in den zahlreichen Karstgebieten, die aus dem ursprünglichen Thüringer Vorschlag zu den Netz Natura 2000 wieder ausgegrenzt wurden. Die spannende Frage ist jetzt: Meldet das Thüringer Umweltministerium nun endlich diese wertvollen Gipskarstgebiete nach?


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Februar 2003
Quelle: Landkreis Nordhausen, Naturfreunde

Winkelberg bald Steinbruch?

Ellricher Gipswerke/Heidelberger Zement beantragt Probebohrungen

RÜDIGSDORFER SCHWEIZ - Obwohl die Ellricher Gipswerke der Firma Heidelberger Zement/Maxit im Landkreis Nordhausen zum Verkauf angeboten werden, versucht die Firma weitere Gipskarstflächen für den Gipsabbau genehmigen zu lassen. So hat die Firma aktuell einen Antrag zu Probebohrungen am Winkelberg in der Rüdigsdorfer Schweiz gestellt.

Das Gebiet am Winkelberg, in dem die Firma Erkundungsbohrungen über die Gipsmächtigkeiten niederbringen will, wurde aus dem ursprünglichen Vorschlag zur Meldung als FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat-Gebiet der EU) ausgegrenzt - vermutlich, weil die Firma insgeheim mit der Thüringer Landesregierung schon Verabredungen über ihren geplanten Gipsabbau über den Kopf der Politiker und Bürger des Landkreises Nordhausen hinweg getroffen hatte.

Der Winkelberg zählt zu den einmaligen und ganz wertvollen Gipskarstgebieten der Rüdigsdorfer Schweiz bei Nordhausen. Allein am Winkelberg wurden in einem neuen Gutachten (RANA 2002) 61 verschiedene Lebensraumtypen darunter viele Standorte bedrohter Pflanzen- und Tierarten kartiert. Die Rüdigsdorfer Schweiz ist das letzte Gipskarstgebiet in Thüringen, in dem noch kein größerer Steinbruch vorhanden ist. Es ist überregional bekannt und Naherholungsgebiet von Nordhausen.


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10.10.2002
Quelle: Arbeitskreis Gipskarst

Offener Brief an Minister Gnauck

Arbeitskreis Gipskarst fordert Raumordnungsverfahren statt klammheimlicher Genehmigung des Gipsabbau am Winkelberg

RÜDIGSDORFER SCHWEIZ - Der Arbeitskreis Gipskarst in Nordthüringen fordert vom Thüringer Minister Gnauck ein Raumordnungsverfahren anstatt der betriebenen klammheimlichen Genehmigung des Gipsabbaus am Winkelberg.


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30.09.2002
Quelle: Arbeitskreis Gipskarst

7000 Unterschriften gegen Gipsabbau

Gemeindevertreter beklagen falsches Verfahren

RÜDIGSDORFER SCHWEIZ - In den letzen Monaten hat der Arbeitskreis Gipskarst in der Region Nordthüringen 7000 Unterschriften gegen das derzeit durchgeführte Planfeststellungsverfahren zum beantragten Gipsabbau am Winkelberg in der Rüdigsdorfer Schweiz gesammelt. Entgegen dem energischen Protest der Gemeindevertreter und Bürger aus der Region Nordthüringen wird derzeit über den Abbauantrag der Heidelberger Zement AG im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens entschieden. Dies hat für die Gipsfirma einen entscheidenden Vorteil: da in diesem Verfahren keine Fernwirkungen betrachtet werden, ist die Wahrscheinlichkeit einer Genehmigung sehr hoch. In dem von den betroffenen Gemeinden geforderten Raumordnungsverfahren müssten jedoch die durch den Abbau verursachten räumlichen und zeitlichen Fernwirkungen für die Region mitbetrachtet werden. Dadurch würden jedoch die für die Region schädlichen Folgen dieses Abbauvorhabens inmitten dieser touristisch und naturkundlich hochsensiblen Region aufgedeckt werden.

In den nächsten Monaten sollen die Unterschriften an den für die Raumordnung zuständigen Minister übergeben werden. Schon seit Monaten beklagen Gemeindevertreter aus Nordthüringen, dass sie durch die Vorgehensweise der Landesregierung in ihrer Planungshoheit übergangen werden. Es scheint, die Landesregierung würde zugunsten der Abbauinteressen eines einzelnen Unternehmens massiv gegen die Interssen einer ganzen Region und gegen deren Raumordungsbeschlüssen verstoßen. Weiterhin wehren sich die Vertreter der Regionalplanung immer wieder gegen die von der Landesregierung und Genehmigungsbehörden benutzte Formulierung, bei dem geplanten Vorhaben würde es sich lediglich um eine "Wiederaufnahme" des Steinbruchbetriebes handeln. Die Firma Heidelberger Zement hat niemals zuvor die rechtliche Legitimation zum Abbau am Winkelberg besessen, die Verwendung des Begriffes "Wiederaufnahme" spiegelt demnach falsche Tatsachen wieder.


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07.08.2002
Quellen: Harzkurier / Koordinationszentrum Natur u. Umwelt

Gipsindustrie von Fotomontage empfindlich getroffen

BPB verschleiert Größe ihres Bewilligungsfelds in Thüringen

Dr. Dehne doziert über Abbaupäne seines Arbeitgebers BPB-Formula

WALKENRIED - Dr. Gerald Dehne, als Mineraloge von Geotekt für Gipsunternehmen BPB-Formula für Rohstoffsicherung zuständig, kritisierte im Harz-Kurier die Fotomontage von KNU zu den gefährdeten Bereichen am Röseberg. So sei der Thüringer Teil des Abbaugebietes zehnfach zu groß angegeben, beklagte Dehne. Er betonte, dass nur für 2,2 Hektar ein Hauptbetriebsplan vorliege.

Offenbar will Dehne verschleiern, dass BPB Abbauoptionen für die gesamte auf der Fotomontage weiß dargestellte Fläche in Thüringen hat. 20 Hektar, davon mehr als die Hälfte wertvolle alte Wälder und Sukzessionsflächen des Grenzstreifen, sind nach Bergrecht für BPB bewilligt. Scheibchenweise wird das Gipsunternehmen dafür Betriebpläne vorlegen und die Landschaft abbauen.

Bereits auf der Informationsveranstaltung in Walkenried am 26. Juli irritierte Dr. Dehne (siehe Foto) die anwesende Bevölkerung mit der Behauptung, der auf dem Luftbild erkennbare Grenzzaunverlauf sei die Landesgrenze und die Thüringer Bewilligungsfläche daher falsch eingezeichnet. Langjährige Anwohner aus Walkenried fühlten sich vor den Kopf gestoßen - wissen sie doch, dass am Röseberg Landesgrenze und DDR-Grenzzaun mit Todesstreifen weit auseinander lagen.

Das Koordinationszentrum Natur und Umwelt bestätigt nach Prüfung aller Unterlagen die Richtigkeit der am 26.7.2002 veröffentlichten Fotomontage mit ihren weißen Flächen.

 

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Forderung in der
Klosterruine:

"KEINE NEUEN RUINEN
Gipskarst am Röseberg erhalten!"

Foto: Stefan Wenzel
 
    

26.07.2002
Quelle: B90/Die Grünen Niedersachsen

Neue Ruinen in Walkenried?

Infostand zum Gipsabbau am Röseberg

WALKENRIED. Unter dem Motto "Keine neuen Ruinen in Walkenried! - Gipskarst am Röseberg erhalten" informieren die Naturfreunde und Die Grünen die Besucher des Klosters Walkenried mit einem Infostand an der Klosterruine, sowie Führungen an den Röseberg. Eine Gesprächsrunde am Walkenrieder Grillplatz dient außerdem dem Austausch mit der lokalen Bevölkerung.

Anlass für die Aktion ist der Plan der niedersächsischen Landesregierung, den Röseberg im neuen Landesraumordnungsprogramm vom "Vorranggebiet für Natur- und Landschaft" zum "Vorranggebiet für Rohstoffsicherung" umwidmen und als Gipsabbaugebiet freigeben. Noch 1998 war dieses Gebiet als Naturschutzgebiet vorgesehen. Das geplante Steinbruchgebiet mit seinen wertvollen Hang- und Schluchtwäldern wurde vom Land Niedersachsen bei der FFH-Gebietsmeldung aus der Gebietsvorlage der Fachbehörde entfernt, obwohl dies nach EU-Recht illegal ist.

Die in Walkenried mit einem Werk vertretene BPB-Tochter Börgardts begehrt den Gips des Rösebergs, trotz großen Gipsvorräten in acht bestehenden Steinbrüchen.

Ein Luftbild mit der Abbauplanung steht auf der KNU-Website zum Download bereit.

Forderung in der Klosterruine
      

      

16.06.2002
Quelle: KNU / BUND Thüringen

Menschenkette um den Winkelberg

Massenprotest gegen den Gipsabbau

RÜDIGSDORF/PETERSDORF. Beinahe 1000 Bürger aus der Region Nordhausen versammelten sich am Sonntag zur Bildung einer Menschenkette um den vom Abbau bedrohten Winkelberg in der Rüdigsdorfer Schweiz. Eingeladen hatte der BUND und der Arbeitskreis Gipskarst.

In einem von den Pfarrern aus Urbach und Neustadt gehaltenen Gottesdienst, wurde deutlich gemacht, dass der Mensch nicht nur Nutzer der Natur ist, sondern auch ihr Verwalter und Wahrer, gerade auch im Hinblick auf die kommenden Generationen. Der Ort für den Gottesdienst war gut gewählt: während man selbst auf einer Wiese, umgeben von Hecken und Wäldern stand, hatte man Ausblick auf den Kohnstein, dessen weiße Steinbruchwände quasi als Mahnmal gegen den Gipsabbau von weither zu sehen sind. Jeder Teilnehmer konnte sich vor Ort davon überzeugen, dass der von der Firma Heidelberger Zement geplante Gipsabbau die Rüdigsdorfer Schweiz in ihrem Kerngebiet massiv schädigen und für die Naherholung entwerten würde.

Zum Abschluss der Veranstaltung gegen 14:30 Uhr wurden in kleinen Gruppen Führungen durch die Rüdigsdorfer Schweiz angeboten.


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10.06.2002
Quelle: KNU / BUND Thüringen

Bürger und Verwaltung gemeinsam gegen Gipsabbau

AK Gipskarst informiert über geplanten Abbau am Winkelberg

NEUSTADT. Etwa 200 Menschen folgten der Einladung des Arbeitskreises Gipskarst zu einer Informationsveranstaltung nach Neustadt. Damit war der Saal "proppevoll". Ausführlich wurden die Planungen der Firma Heidelberger Zement / Südharzer Gipswerke vorgestellt, die für ca. 45 bis 70 Jahre lang am Winkelberg Gips abbauen will. Für fassungsloses Staunen sorgten nicht zuletzt die vom Unternehmen vorgeschlagenen Routen für den Abtransport des Gipses und der hohen Frequenz, mit der die gefüllten Schwerlaster durch die Orte Petersdorf, Krimderode, Harzungen, Neustadt und Niedersachswerfen fahren würden.

Breiten Raum nahm schliesslich das Verhalten der Thüringer Landesregierung ein. Spätestens in dem Moment, als die Bürgermeister der Gemeinde Neustadt, Petersdorf und Niedersachswerfen und der Stadt Nordhausen, zugleich Mitglieder des Arbeitskreises Gipskarst Südharz, ebenso wie der stellvertretende Landrat des Kreises Nordhausen, ihr Statement gegen die Zerstörung ihrer Heimat abgaben, wurde deutlich, dass sich sowohl das abbauwillige Unternehmen als auch die Ministerriege der Thüringer Landesregierung auf eine gehörige Portion Gegenwehr einstellen muss.

Auch die schweigsamen Dulder und Strippenzieher wurden beim Namen genannt. So schien der Bürgermeister von Petersdorf, Herr Große, sehr entschlossen, als er die Beschwerde seiner Gemeinde an die EU zum naturschutz- und planungswidrigen Verhalten der Thüringer Landesregierung verlas. Dass er auf der juristisch sicheren Seite steht, bewiesen ihm Schreiben der behördlicher Vertreter der oberen und ministeriellen Verwaltungsebene. Aus den Briefen gehen rechtlich unzulässige Zusagen an die Firma Heidelberger Zement hervor, die sowohl gegen geltendes EU-Recht verstoßen, als auch gegen die regionale Raumordung und das Interesse der Gemeinden.


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22.03.2002
Quelle: Thüringer Allgemeine

Schutzgemeinschaft protestiert gegen Verfahren für Winkelberg

Im Fall Winkelberg ist jeder Kompromiss ausgeschlossen

--- Beginn des Originaltextes aus der Thüringer Allgemeinen ---

NORDHAUSEN. "Im Fall Winkelberg ist jeder Kompromiss ausgeschlossen." Diese Meinung vertritt Rainer Große, der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft "Rettet den Südharz", konsequent. Das unter Bergrecht eingeleitete Planfeststellungsverfahren suggeriere den Kommunen ein Mitspracherecht, das sie gar nicht haben, so Große gegenüber TA. Spätestens bei der Abwägung durch das Oberbergamt würde deutlich werden, dass nur unmittelbar Betroffene über ein Einspruchsrecht verfügen. Große ist davon überzeugt, dass alle anderen Wortmeldungen zu den Akten gelegt würden.

Nur über ein Raumordnungsverfahren fänden zum Beispiel auch überregional bedeutsame Fremdenverkehrsbelange der Rüdigsdorfer Schweiz und die territorialen Belange, etwa die Naherholungsfunktion, Berücksichtigung.

Hier aber würden zwei unterschiedliche Genehmigungsverfahren miteinander verwoben, warnte Große. "Dass dies die ungeteilte Unterstützung der für die Raumordnung zuständigen Thüringer Staatskanzlei findet und dass das Umweltministerium, dem wiederum das Bergamt untersteht, dazu schweigt, spricht für sich", sagte Große im Namen der Schutzgemeinschaft. "Hier wurden die politischen Weichen gestellt, und die Behörden setzen um", ist sich Große sicher. Nun gelte es, den Bevölkerungswillen dem Verfahren gegenüberzustellen. Nur deutlich vernehmbare Proteste könnten jetzt noch den Gipsabbau in der Rüdisgdorfer Schweiz verhindern, so Große.

--- Ende des Originaltextes aus der Thüringer Allgemeinen ---


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05.03.2002
Quelle: Thüringer Allgemeine

Winkelberg akut vom Gipsabbau bedoht

Großer Widerstand gegen Südharzer Gipsindustrie

--- Beginn des Originaltextes aus der Thüringer Allgemeinen ---

ELLRICH (hpb). Die Südharzer Gipsindustrie hat ein neues Kapitel im zähen Ringen um die Abbaurechte für den Winkelberg aufgeschlagen. Das Ellricher Gipswerk legte ein Planfeststellungsverfahren vor, das zum Ziel hat, 18 Hektar des Gipskarstgebietes in der Rüdigsdorfer Schweiz für den Gipsabbau zu nutzen. Im Gegenzug sollen 24 Hektar dem Naturschutz zur Verfügung gestellt werden.

Dieses Vorhaben stieß jetzt auf den erbitterten Widerstand von Umweltschützern, Umweltamt sowie Vertretern der angrenzenden Kommunen. Diese wurden gestern auf einer ersten Sitzung des von der Gipsindustrie vorgesehenen Arbeitskreises "Rekultivierung" in Ellrich vor vollendete Tatsachen gestellt. Hier präsentierte das Gipswerk sein Projekt "3 plus 1", das eine Rekultivierung der Tagebaue Rüsselsee, Ellricher Klippen und Hohe Schleife sowie die Sicherung der Gipsvorkommen am Winkelberg vorsieht.

"Die Belange der Raumordnung wurden dabei überhaupt nicht berücksichtigt", kritisiert Gabriela Sennecke, Vorsitzende des Arbeitskreises Gipskarst, das Vorpreschen der Gipsindustrie. So sehe der Flächennutzungsplan vor, für die weißen Flecken, zu denen auch der Winkelberg gehöre, ein Raumordnungsverfahren durchzuführen. Der Arbeitskreis wie auch das Nordhäuser Umweltamt sehen nun die Obere Planungsbehörde und auch die Landesregierung in der Pflicht, dieses Verfahren einzuleiten.

Tilo Große, Bürgermeister von Petersdorf, hat in der vergangenen Woche beim Thüringer Umweltministerium den Antrag gestellt, den Naturschutz auf eine über 20 Hektar große Fläche im Bereich des Winkelberges auszudehnen. Daran hätten sich auch alle umliegenden Kommunen wie Nordhausen, Niedersachswerfen und Neustadt beteiligt. "Die Landesregierung hat immer gesagt, beim Streit um Abbauflächen soll nichts gegen den Willen der Bevölkerung unternommen werden", betonte Große. Wenn sie diese Prämisse berücksichtige, sei ein Raumordnungsverfahren nicht länger zu umgehen.

Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen, unterstrich gestern noch einmal die weltweite Bedeutung der Gipskarstgebiete im Südharz mit ihrer unermesslichen Artenvielfalt. "In Niedersachsen hat die Gipsindustrie dafür gesorgt, dass der Gipskarst vollständig zerstört wurde. Nun wollen dieselben Firmen in Thüringen genauso weitermachen. Die Gipsbetriebe haben überhaupt nichts dazugelernt", zürnte Vogel. Auch die angekündigte Rekultivierung der Tagebaue sei nur eine Farce, da die früher vorhandenen Arten unwiederbringbar verloren gegangen seien.

--- Ende des Originaltextes aus der Thüringer Allgemeinen ---

Anmerkungen von KNU:
Die Fläche die die Gipsindustrie "dem Naturschutz zur Verfügung stellen" will ist bereits als Naturschutzgebiet und FFH-Gebiet ausgewiesen und geschützt.
Das Ellricher Gipswerk gehört zur Unternehmensgruppe von Maxit / Heidelberger Zement.


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06.12.2001
Quelle: GFB

Biosphärenreservat im Gipskarst

Ausstellung zum neuen Biospärenreservat Karstlandschaft Südharz eröffnet

Die neue Biosphärenreservats-Ausstellung im Forstamt Roßla (Sachsen-Anhalt) wurde am 3.12.2001 durch das Ministerium für Raumordnung, Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt eröffnet.

Bei der Eröffnung sagte Peter Wenzel, Leiter der Abteilung Naturschutz und Forsten im Ministerium: "Hier soll ein Biosphärenreservat mit Augenmaß entstehen." Nach dem ersten Biosphärenreservat "Mittlere Elbe" in Sachsen-Anhalt soll nun im Südharz das zweite Gebiet dieser Art entstehen.

Laut Magdeburger Kabinettsbeschluss wurde daher aus der "Projektgruppe Aufbaustab Biospärenreservat Karstlandschaft Südharz" eine "Biosphärenreservatsverwaltung Karstlandschaft Südharz in Gründung."


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15.11.2001
Quelle: Naturfreunde Niedersachsen e.V.

Poster zur Rüdigsdorfer Schweiz

Farbposter wirbt für den Schutz der durch Gipsabbau bedorhten Gebiete Rüdigsdorfer Schweiz und Günzdorf

Das Koordinationszentrum Natur und Umwelt bietet in Zusammenarbeit mit Rettet den Südharz, der Forstgenossenschaft Günzdorf/Neustadt und dem BUND Thüringen ein Poster an, mit dem Titel "Rüdigsdorfer Schweiz - Zum Gipsabbau zu schade".

Das Poster im Format A2 (ca. 60 x 40 cm) ist gegen Spende
an folgenden Stellen im Landkreis Nordhausen erhältlich:

  • Café KERWITZ in Nordhausen-Rüdigsdorf (Freitag bzw. Samstag bis Sonntag 14-18 Uhr)
  • Gemeindeverwaltungen Ilfeld, Neustadt und Niedersachswerfen zu den üblichen Geschäftszeiten

Poster Format A 2


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25.10.2001
Quelle: Naturfreunde Niedersachsen e.V.

Fragen und Antworten
zum geplanten Biosphärenreservat
Karstlandschaft Südharz

Naturfreunde Niedersachsen präsentieren neue Broschüre

Die Naturfreunde Niedersachsen haben in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Förderung des Biosphärenreservates Südharz (GFB) e.V. eine neue Broschüre zur Karstlandschaft Südharz herausgegeben.

So sind ab sofort die sogenannten "Fragen und Antworten zum geplanten Biosphärenreservat Südharz" kostenfrei an folgenden Stellen erhältlich:

  • NABU Osterode (Dörgestr. 40, Mo-Do von 7:00 bis 16:00 Uhr, Freitags nur vormittags)
  • Café KERWITZ in Nordhausen-Rüdigsdorf (Freitag bzw. Samstag bis Sonntag 14-18 Uhr)
  • Gemeindeverwaltungen ILFELD, NEUSTADT und NIEDERSACHSWERFEN zu den üblichen Geschäftszeiten

Die Broschüre steht auf dieser Website auch zum Download bereit.

"Wir freuen uns, der Bevölkerung und interessierten Öffentlichkeit endlich eine umfassende Information zu vielen Fragen und vor allem auch Ängsten, die in den bisherigen Diskussionen zu diesem Thema immer wieder auftauchten, geben zu können," so Ursula Schäfer, Landesumweltreferentin der Naturfreunde Niedersachsen. "Die Broschüre soll vor allem klarstellen, dass Biosphärenreservate Modellregionen für nachhaltiges Wirtschaften sind und keine neue Naturschutzkategorie, dass sie vielmehr Zukunftsperspektiven für die Regionalentwicklung aufzeigen können und nicht - wie viele Menschen immer wieder befürchten, neue Verbote aufstellen oder den Menschen ausschließen", so die Naturfreundin.

Der Bedarf an Informationen zum Thema "Biosphärenreservat" wird auch von Seiten des Landes Niedersachsen unterstützt:
"Der gesamte Druck der Broschüre wurde uns durch die Niedersächsische Umweltstiftung finanziert und damit überhaupt erst ermöglicht", so die Naturfreunde weiter.

Auf den 45 Seiten der Broschüre finden sich auch Bilder zur Südharzregion und gegen allzu trockene Theorie sind viele Fragen mit Karikaturen zum Thema versehen. Damit wünschen die Naturfreunde dem Interessierten nicht nur ein lehrreiches sondern ebenso auch ein amüsantes Lesen.


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24.08.2001
Quelle: Teilnehmerprotokoll von der öffentlichen Sitzung

Thema Gipsabbau im Landtag in Erfurt

Ergebnisse der Landtagsanfrage "Gipsabbau im Thüringischen Teil des Südharzes"


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August 2001
Quelle: Ausschuss für Naturschutz und Umwelt im Thüringer Landtag

Gipsabbau im Thüringischen Teil des Südharzes

Anhörung in öffentlicher Sitzung

Der Ausschuss für Naturschutz und Umwelt des Thüringer Landtages lädt am Freitag, dem 24.08.2001 ab 9:00 Uhr im Planarsaal des Landtags, Arnstädter Str. 51, 99096 Erfurt, zu einer öffentlichen Anhörung zum Thema "Gipsabbau im thüringischen Teil des Südharzes" ein.

Es sind Fragen zum Schutz der Landschaft, Bedrohung von Arbeitsplätzen in Tourismus, Landwirtschaft , etc. sowie der Ersetzbarkeit von Naturgips durch REA-Gipse, usw. gestellt worden. Als Referenten sind Vertreter der Gipsindustrie, der Naturschutzverbände, das Umweltbundesamt, Vertreter der betroffenen Gemeinden, Stadt und Landkreis Nordhausen und der Arbeitskreis Gipskarst eingeladen.


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29.6.2001
Quellen: Harzkurier

Schlussstrich unter einen jahrzehnte alten Streit?

Landesraumordnungsprogramm

Osterode (cap). Im Kreistag hat Landrat Bernhard Reuter die Auffassung vertreten, dass mit dem geänderten Landesraumordnungsprogramm ein "Schlusstrich unter den jahrzehntealten Streit um den Gips" gezogen wird. Auch wenn er sich vom grünen Abgeordneten Raymond Rordorf den Vorwurf der "Blauäugigkeit" anhören musste, sieht Reuter im Raumordnungsprogramm eine klare Linie mit einem "Gipskompromiss ganz auf Linie des Landkreises" (...)


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10.07.2001
Quelle: Goslarsche Zeitung

Informationen rund um Gips

Naturfreunde Niedersachsen präsentieren sich der Öffentlichkeit

Osterode Seit Ende Juni kann sich die Öffentlichkeit im Internet unter naturschatz.org ausführlich über die Naturschätze der Karstlandschaft im Südharz informieren.

Auf der umfangreichen Website und mit vielen Landschaftsfotos geschmückt, möchten die Naturfreunde Niedersachsen in Zusammenarbeit mit dem Koordinationszentrum Natur- und Umwelt e.V. vor allem betroffenen Bürgern der Landkreise Osterode und Nordhausen umfassende Informationen zum Thema an die Hand geben.

"Wir haben viel Zeit und Mühe in diese Internetseiten gesteckt. Sie erklären die Besonderheit der Landschaft, thematisieren den Gipsabbau und Möglichkeiten zum Erhalt der Landschaft und der Arbeitsplätze", so Bernd Stellmann, 1. Vorsitzender der Naturfreunde Niedersachsen. (...)


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21.06.2001
Quellen: Hannoversche Allgemeine Zeitung

Der Berg, der in die Kiste kommt

Im Südharz kämpfen Umweltschützer gegen die Gipsindustrie – nicht immer mit Erfolg

OSTERODE. "Soll das etwa heißen, dass der Berg bald verschwindet?", fragt die Bäuerin misstrauisch, während sie versucht, eine Ziege von der Straße zu scheuchen. Die alte Frau schaut hinauf zu den Gipsklippen, die unter dichtem Buchenwald versteckt sind: "Papperlapapp, wo soll der Berg denn hin?" Aber die Sprengmeister werden kommen, später die Bagger und die Lastwagen. Sie werden die Felsen einfach mitnehmen in die Fabrik. Denn der Abbruch wurde gerade genehmigt.
Spätestens in zehn Jahren haben die Bewohner von Ührde (Kreis Osterode) freie Sicht – in einen Steinbruch ...


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18.06.2001
Quellen: Pressemitteilung der Naturfreunde (Auszüge)

Niedersächsische Naturschutzverbände mahnen Schutz der Karstlandschaft Südharz an

GÖTTINGEN, HANNOVER, OSTERODE

Auf einer gemeinsamen Pressefahrt in den Südharz informierten die niedersächsischen Naturschutzverbände BUND, LBU, NABU und Naturfreunde über die Gefährdung der Karstphänomene am Lichtenstein und an Kreuzstiege-Blossenberg bei Osterode. "Bereits mehr als die Hälfte der niedersächsischen Karstgebiete wurden durch den Gipsabbau zerstört. Durch die geplante Änderung des Landesraumordnungsprogramms und neue Abbaugenehmigungen schreitet die Vernichtung einer Landschaft von einzigartiger geologischer und biologischer Bedeutung weiter voran", sagte Raymond Rordorf vom BUND Osterode.

Der Raubbau an diesem Landschaftsmosaik aus bizarren Felsen, klaren Quellen, alten Buchenwäldern und geheimnisvollen Höhlen müsse endlich gestoppt werden, forderten die Naturschutzverbände. "Es ist Aufgabe von Politikern und Behörden, die letzten Reste der niedersächsischen Karstlandschaft als Naturerbe für nachfolgende Generationen zu sichern," so Klaus-Dieter Briel vom NABU Niedersachsen weiter. Neue Abbaugenehmigungen für Naturgips dürften daher nicht erteilt werden, damit die Gipsindustrie auf die vielfältig vorhandenen Ersatzgipse umzustellt.


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30.05.2001
Quellen: Harz Kurier (Osteroder Rundschau)

Naturfreunde sprechen von "Zahlentrickserei"

Reaktion auf Pressegespräch der Gipsindustrie

KREIS OSTERODE: Als "Zahlentrickserei" hat der Landesverband der Naturfreune die vom Bundesverband der Gipsindustrie in einem Pressegespräch am 14. Mai gemachten Angaben bezeichnet (siehe "Harz Kurier" vom 17. Mai). So zweifeln die Naturfreunde den Vergleich den Vergleich zwischen Gipsabbauflächen und Naturschutzflächen an. In dem Pressegespräch war die Rede von 4284 Hektar Naturschutzflächen, dem 270 Gipsabbauflächen gegenüberstünden.

Die Naturfreunde: "Es gibt aber im ganzen Landkreis Osterode nur 773 ha Flächen mit obertägig anstehendem Gipsgestein." Von diesen Flächen seien 1998 bereits über 50 % (386 ha) abgebaut oder zum Abbau genehmigt.

Ein weiterer Vorwurf: die Gipsindustrie habe die aktuell anfallenden REA-Mengen heruntergespielt. So habe im Spitzenverbrauchsjahr 1997 der jährliche Verbrauch deutscher Gipswerke bei 9 Millionen Tonnen gelegen. Da REA-Gipse aktuell in Mengen von rund 7 Millionen Tonnen anfielen, erhebliche Mengen an der Weser und in Süddeutschland untertägig ohne größere Naturzerstörungen abgebaut werden könnten, wäre allein damit der deutsche Verbrauch abgedeckt. "Wir fordern, Presse und Öffentlichkeit nicht falsche Tatsachen vorzugaukeln."


 

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Geheimniskrämerei der Gipsindustrie?

Vor die Tür gesetzt wurden Ratsmitglied Raymond Rordorf (rechts) und Landes-Umweltreferentin der Naturfreunde Ursula Schäfer zu Beginn der Pressevorstellung des Gips-Verbandes.

     

16.05.2001
Quellen: Naturfreunde Niedersachsen / BUND KG Osterode

Neue Geheimnisse der Gipsindustrie

Pressegespräch hinter verschlossenen Türen - Naturschützer und Ratsmitglieder mussten draussen bleiben

OSTERODE, 16. Mai 2001, 10 Uhr Hotel "Harzer Hof". Mit einem enormen Aufgebot an Gips-Lobbyisten lud der "Bundesverband der Gipsindustrie" pünktlich um 10 Uhr die anwesende Presse zu einem "Pressegespräch" ein. Anwesende Naturschützer und Ratsmitglieder der Stadt Osterode wurden an der Tür abgewiesen. Offensichtlich hatte die Gipsindustrie allen Grund, Fachleute nicht zuzulassen.

Wie man unschwer nach dem Gespräch der Presse entnehmen konnte, hatte der "Bundesverband" versucht, die Presse mit Zahlentricks für seine Interessen zu erwärmen. So wurde die Gesamtheit aller irgendwie geschützten Gebiete des Landkreises Osterode (stolze 4284 ha) mit den armseligen aktuellen Streinbruchflächen von der leider viel zu kurz gekommenen Gipsindustrie - 270 ha - verglichen.

Die tatsächlichen Zahlenverhältnisse der Abbau- und Naturschutzflächen auf Gips entnimmt man dem Regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises Osterode:
über 50 Prozent Gipsbbauflächen stehen nur rund 30 Prozent Naturschutzflächen auf Gips gegenüber. Weiterhin wurden der Presse Proben gelbbraun gefärbten REA-Gipses gezeigt, mit der Bemerkung, er fände keine breite Marktakzeptanz. Die aktuell verfügbaren REA-Gipse hingegen sind - das weiß der Bundesverband der Gipsindustrie ganz genau - rein weiß! Auch hier hat der "Bundesverband" der Presse Märchen erzählt.


 

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April 2001
Quellen: Niedersachsische Staatskanzlei, Stellungname der Naturfeunde Niedersachsen zum LROP

Änderung des Landesraumordnungs-
programms Niedersachsen

Entwurf 2000: Es geht um Gips

Der Entwurf zur Änderung des Landesraumordungsprogramms Niedersachsen liegt der Öffentlichkeit vor. Änderungen der Landesraumordnung betreffen fast ausschliesslich die Rohstoffgewinnung von Torf und Gips. Zum Thema Gips weitet das Land Niedersachsen in seinem Entwurf die 1998 erst im Regionalen Raumordungsprogramm des Landkreises Osterode festgelgten Vorrangebiete für Gipsgewinnung aus.

Als Novum in der Geschichte der Landesraumordnungsprogrammes schreibt hier erstmalig das Land Niedersachsen dem Landkreis Osterode vor, wie die lokale Entfechtung von Naturschutz und Rohstoffabbau auszusehen habe. Eine Karte im Maßstab 1:50 000 läßt dem Landkreis Osterode keine eigenen planerischen Spielräume mehr. Üblicherweise sind die Karten des Landesraumordungs-Programmes im Maßstab 1:500 000.

Folgende Gebiete wurden in reine Gebiete für Rohstoffsicherung überführt: Lichtenstein Forstabteilung 5, 6 und 8, sowie Hopfenkuhle, Kreuzstiege und Blossenberg bei Ührde, zudem der Röseberg bei Walkenried. Diese massive Einflussnahme des Landes auf die Planungshoheit des Landkreises Osterode zeigt, wie stark die Gipsindustrie die Landespolitik beeinflusst.

Der Entwurf zur Änderung des Landesraumordungsprogrammes ist ohne Durchführung einer FFH-Verträglichkeitsprüfung rechtswidrig aufgestellt worden.


 

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April 2001
Quellen: Naturfreunde / Europäischer Gerichtshof

EU: Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland steht kurz vor dem Abschluss

Schlussantrag des Generalanwalts:  "schuldig"

Wegen der unzureichenden Meldung von FFH-Gebieten droht Deutschland nun die Verurteilung durch den europäischen Gerichtshof. Im Plädoyer des Generalanwaltes der EU verlangt dieser die Verurteilung von Deutschland. Damit ist zu erwarten, dass das Gerichtsurteil dementsprechend ausfällt. Dies wird für Deutschland zum einen bedeuten, dass es Gebiete nachmelden muss; zum anderen müssen pro Tag, an dem nicht ausreichend Gebiete nachgemeldet werden, empfindlich hohe Geldstrafen gezahlt werden.

Im Gipskarst recherchiert die EU außerdem seit Mitte des Jahres 2000 wegen naturschutzfachlich falscher Abgrenzung der gemeldeten FFH-Gebiete. Auch die Genehmigung von Abbaugebieten ohne eine europäische Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt zu haben, wird von der EU aufgrund von Beschwerden der Naturschutzverbände geprüft. Hier ist mit weiteren Vertragsverletzungsverfahren der EU zu rechnen.

 

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Text: KNU / Naturfreunde Niedersachsen   -    Fotos:  © KNU wenn nicht am Bild anders vermerkt

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