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Nachrichten zu Kanada 2007

wie auch zu Urwäldern in ganz Nordamerika

 

Schlagzeilen:

 

Anmerkung:  Das Datum der Artikel bezieht sich auf den Zeitpunkt der Nachricht
und nicht auf den Tag, an dem diese Meldung in der Website von KNU erscheint.

 






     

06.12.2007
Quellen: WCWC, Ecojustice

Regierung von B.C. weist Experten zum Lügen an

Experten dürfen ihr Wissen über den Lebensraum der Bergkaribus nicht im Recovery Plan veröffentlichen

Vancouver, B.C. - Durch Einsichtnahme von Regierungsakten unter Berufung auf den Freedom of Information Act, konnten Wilderness Committee und Ecojustice aufklären, warum der Rettungsplan für die Bergkaribus keine Habitatkarten enthielt:
Die Provinzregierung hat in einer Direktive die Species at Risk Recovery Teams angewiesen, überlebenswichtige Habitate der gefährdeten Arten nicht geografisch zu identifizieren. Stattdessen müssen die Teams einen Textentwurf übernehmen, in dem behauptet wird, dass ihre Informationen zur Habitatidentifikation noch nicht ausreichen würden.

Nach dem kanadischen Bundesgesetz Species at Risk Act müssen in den Plänen genaue Habitatkarten enthalten sein. Die Recovery Teams sollen regierungsunabhängige wissenschaftliche Empfehlungen über die gefährdeten Arten liefern.

Auszug aus der Retgierungs-Anweisung an die Wissenschaflter:
Die Provinzregierung von B.C. hat in einer Direktive die Species at Risk Recovery Teams angewiesen, überlebenswichtige Habitate der gefährdeten Arten nicht geografisch zu identifizieren. Stattdessen müssen die Teams einen Textentwurf übernehmen, in dem behauptet wird, dass ihre Informationen zur Habitatindentifikation noch nicht ausreichen.


 

     





     

29.10.2007
Quellen: B.C. Ministry of Forest, WCWC, diverse Zeitungen in B.C.

Plan zur beschleunigten Abholzung

Coastal Forest Action Plan

Victoria, B.C. - Heute gab die Provinzregierung von British Columbia ihren ursprünglich als "Forest Recovery Plan" angekündigten "Coastal Forest Action Plan" bekannt. Der Plan sieht einen 20 Jahre früheren Einschlag der Sekundärwälder vor und Subventionsgeschenken in Höhe von 21 Millionen CAN$ insbesondere an Forstkonzerne und holzverarbeitende Industrie.

Im Mai 2007 hatte Forstminister Rich Colemann die Erwartung geweckt, durch den Plan die Einschlagrate der Urwälder an der Küste zu reduzieren. Nach seiner Aussage finden derzeit 71 Prozent des Einschlags vom Küstenregenwald in Urwäldern statt und 29 Prozent in Sekundärwäldern. Der Plan solle helfen, diese Werte zu tauschen.

Da der Coastal Forest Action Plan zwar Fördermaßnahmen für die Abholzung von Sekundärwäldern erhält, aber keine Restriktionen des Einschlags in Urwäldern charakterisiert das Wilderness Committee ihn als "Holzt-alles-ab-Plan".

Die meisten "Aktion" genannten Maßnahmen des Plans sind ökologisch bedenklich und fördern entweder eine weitere Artenverarmung der Sekundärwälder oder gar weitere Abholzungen in Primärwäldern:

  • Der Umtriebszeitraum der Sekundärwälder wird von 75 auf 50-55 Jahre gesenkt.
  • Der Staat bezahlt 15 Millionen CAN$ Subventionen über drei Jahre für Kunstdüngung und die Anzucht und Selektion besonders schnellwachsender Baumsorten.
  • Die Verwertung und Abholzung forstlich weniger begehrter Urwald-Baumarten soll gefördert werden. Genannt werden Hemlock- und Balsamtannen, sowie die bisher verschonten Pappeln und Ahorne der Flusstäler.
  • Teile der Urwälder sollen an Holzunternehmen der First Nations und des 'Small Business' übergeben werden und nach Maßgabe des Forstministeriums eingeschlagen werden. - Die großen Holzkonzern erscheinen dann der Öffentlichkeit nicht mehr so als Zerstörer der Urwälder, obwohl sie das Holz letztendlich aufkaufen.
  • Die Planungssicherheit für Forstunternehmen soll verbessert werden. - Zu befürchten ist hier ein schleichende Privatisierung der Wälder, die einer zukünftigen Landrückgabe an die First Nations oder auch neuen Schutzgebieten entgegensteht.

 

     





     

16.10.2007
Quelle: VWS, B.C. Ministry of Agriculture and Lands

Heiße Luft für Bergkaribus

Mountain Caribou Recovery Plan bleibt vage und zahnlos

INLAND-REGENWALD, B.C. - Am 16. Oktober 2007 gab der Landwirtschaftsminister British Columbias einen Plan zum Erreichen einer Bestandserholung des Bergkaribus bekann, der sogenannte Mountain Caribou Recovery Implementation Plan.

Er wird von den meisten Umweltorganisationen stark kritisiert,
daher sind ausführliche Informationen dargestellt unter:
Hintergrund > Der Mountain Caribou Deal


 

     





     

17.09.2007
Quelle: Valhalla Wilderness Society

Neue Abholzung im Incomappleux droht

Forststraße in das Herz des Selkirk Mountain Caribou Park

INLAND-REGENWALD, B.C. - Das Forstministerium British Columbias betreibt auf eigene Kosten die kostspielige Instandsetzung einer seit September 2005 durch zwei Bergstürze blockierten Forststraße im Gebiet des Incomappleux Tal. Damit soll die schnelle Abholzung des verbliebenen Urwalds im Boyd Creek Seitental ermöglicht werden.

Boyd Creek / Incomappleux Valley
Zwei Jahre lang hat dieser Bergsturz auf die Forststraße vom Incomappleux ins Boyd Creek Tal den Urwald vor den Kettensägen bewahrt  (Foto: Patrick Pyrz).

Der Holzkonzern Pope & Talbot wurde 1992 vom Forstministerium mit Abholzungsrechten für dieses Gebiet ausgestattet. Unmittelbar vor dem Bergsturz war die Zufahrt zum Tal acht Tage lang von Bürgern blockiert, die sich für den Schutz des Urwalds einsetzen.

Seither liegen neue wissenschaftliche Erkenntnisse über den Artenreichtum vor: Im Incomappleux und seinen Seitentälern wurden unbeschriebene Flechtenarten entdeckt. Weiterhin ist das Boyd Tal Lebensraum der Bergkaribus und wichtiges Verbindungsglied zum Westfall Tal mit seinen ebenfalls ungeschützten Urwäldern. Es liegt mitten im Vorschlagsgebiet für den 'Selkirk Mountain Caribou Park'.
Umweltgruppen vermuten daher, dass das Forstministerium den Kahlschlag forciert, um einer Unterschutzstellung zuvor zu kommen.


 

     






Colleen McCrory 2004 (Foto: Karen Wonders)
     

01.07.2007
Quelle: ENS, Vancouver Sun

Colleen McCrory

Kanadas Naturschutz-Gewissen ist tot

NEW DENVER, B.C. - Die international ausgezeichnete Naturschützerin Colleen McCrory verstarb heute unerwartet an den Folgen einer Operation. Sie wurde 57 Jahre alt. Seit den 70er Jahren engagierte sie sich mit unglaublicher Energie für den großflächigen Erhalt von Naturlandschaften und ihren Wildtieren.

1975 gründetete sie die Valhalla Wilderness Society um im Südosten British Columbias ein Wildnisgebiet zu retten, was 1983 zur Ausweisung des 500 Quadratkilometer großen Valhalla Provincial Parks führte. Sie führte weitere erfolgreiche Kampagnen an, so für das Gwaii Hanas / South Moresby Nationalpark-Reservat, den Khutzeymateen Grizzly Bear Sanctuary, den Goat Range Provinzpark, und den Spirit Bear Conservancy im Great Bear Rainforest.

Kanadaweit und international bekannt wurde sie auch durch die Touren und Publikationen der von ihr initiierten 'Canada's Future Forest Alliance'. Besonders ihre Botschaft "Canada is the Brazil of the North - Brazil is losing one acre of forest every nine seconds. We're losing one acre every twelve seconds." missfiel den auf Kanadas internationalen Ruf bedachten Politikern. 1992 erhielt McCrory den renommierten Goldman Preis für ihr Umweltengagement.

Colleen McCrory war bis zu ihren plötzlichen Tod Vorsitzende der Valhalla Wilderness Society und zeitweise im Vorstand weiterer Umweltorganisationen. Sie kandidierte außerdem 2001 für die Grünen in British Columbia, die jedoch trotz zweistelligem Wahlergebnis aufgrund des Mehrheitswahlrechts keine Parlamentssitze bekamen.

Die letzten neun Jahre bis direkt zu ihrem plötzlichen Tod arbeitete sie an neuen Kampagnen um die Reste vom Inland Regenwald und das Mountain Caribou zu retten.

> Fotos und Bericht über ihren Deutschlandbesuch 2004


 

     

 

     

24.05.2007
Quelle: Vancouver Sun, WCWC

Paradigmenwechsel in der Forstpolitik?

Abkehr von der Maxime zuerst alle Urwälder zu roden

VICTORIA - Forstminister Rich Coleman kündigte bei einem Treffen mit den Herausgebern der Vancouver Sun wesentliche Änderungen in der Forstpolitik British Columbias an. Die bisherige Prioritätensetzung seines Ministeriums, zuerst alle ungeschützten Urwälder zu roden, soll seiner Aussage nach für die Küstenwälder geändert werden: Zu einem bevorzugten Einschlag von Sekundärwäldern.

Vorbild soll dabei die intensive Plantagenwirtschaft sein, die Konzerne wie Weyerhaeuser auf ihrem Privatland in den USA und im Süden Vancouver Islands betreiben. Bisher sah das Forstministerium Umtriebszeiten von 60-80 Jahren für die Küstenwälder vor. In Zukunft würden die Forsten alle 40-50 Jahre kahlgeschlagen werden können.


Holzäcker statt Wälder wie beim großen Vorbild USA - Kahlschlag in Washington State 1988.
Foto: Philipp Küchler

Die Ankündigung ist nach Aussage Colemans das Ergebnis einer Gesprächsrunde von Industrievertretern und Politikern im Vorjahr. Sie soll den Umbau der veralteten Sägewerke an der Küste beschleunigen. Ziel sind moderne Werke, die automatisiert die uniformen Plantagenstämme verarbeiten können. Coleman erhofft sich davon auch eine Verringerung des Exports unverarbeiteter Stämme in die USA.

Coleman sagte, dass die Abholzung von Urwäldern nicht eingestellt wird, aber die Einschlagmenge reduziert werden soll und die Bäume als Spezialhölzer verkauft werden sollen, statt sie zu Massenprodukten zu verarbeiten.

Das Wilderness Committee, das seit dem Winter für einen kompletten Schutz der verbliebenen Urwälder Vancouver Islands wirbt (siehe Meldung vom 5.1. unten), bittet Briefe an die Regierung British Columbias zu schreiben, in der für die angekündigte Neuregelung ein Zeitplan ebenso angemahnt wird, wie eine Unterschutzstellung der Urwaldreste.

Kommentar von AKU
 
Der Forstminister spricht nur das aus, was führende Holzkonzerne von ihm wollen: Grenzenlosen Zugang zu den Sekundärwäldern auf öffentlichem Land, sowie Subventionen bei der Modernisierung der Sägewerke.
 
Mit der neuen Politik schwindet die Hoffnung, dass die Sekundärwälder Lebensraum für Waldtiere und -Pflanzen werden können. Für die ungeschützten Primärwälder im Bereich des Küstenregenwalds bedeutet der Plan hingegen eine letzte Schonfrist - vorausgesetzt er wird bald umgesetzt (Rich Coleman hat den Ruf, politische Neuerungen immer nur anzukündigen und dann ewig zu verschleppen).
 
Dabei bedeutet der Umschwung hin zu den Sekundärwäldern alleine noch keinen Urwaldschutz, gibt aber Bürgern, Umweltgruppen und First Nations mehr Zeit und Gelegenheit sich für den Schutz der letzten Primärwälder einzusetzen.
Die Holzkonzerne möchten den Urwaldeinschlag lediglich verlangsamen und nur das wertvollste Holz rausholen (sogenanntes "high-grading"). Oder sie warten, bis der weltweit absehbare weitere Anstieg der Holzpreise die Urwälder zur Goldgrube macht.

Im winterkalten Landesinneren von British Columbia wachsen die Sekundärwälder sehr viel langsamer als im Küstenklima. Hier droht der Run auf die letzten Urwaldbäume unvermindert anzuhalten.


 

     

 

     

16.05.2007
Quelle: Westcoaster.ca, WCWC

Änderungen in Aquakultur angemahnt

Regierungsgremium zu Lachsfarmen rät zu Abschaffung von offenen Netzkäfigen und Genehmigungsstopp

VICTORIA, B.C. - Im Februar 2006 richtete die BC Legislative Assembly ein zehnköpfiges Gremium ein, um Empfehlungen für eine zukünftige Aquakultur in British Columbia zu machen, das "Special Committee on Sustainable Aquaculture". Nach 18-monatigen Anhörungen und zahlreichen Ortsterminen liegen die Ergebnisse vor.

Das Komitee rät der Regierung zu einem Wechsel von den üblichen offenen Netzkäfigen zu relativ geschlossenen Systemen. Diese würden sich auch im Meer befinden und einen (Ab-)Wasseraustausch mit dem Meer ermöglichen, dürfeten aber keine Fische und Parasiten heraus lassen. Diese Technik soll laut Empfehlungen innerhalb von drei Jahren entwickelt werden und in zwei weiteren Jahren umgesetzt sein.

Außerdem sollten vorerst keine neuen Aquakulturen genehmigt werden und die Produktionskapzitäten nicht ansteigen. Nördlich von Cape Caution sollten Fischfarmen permanent verboten werden(Great BearRainforest, Nordküste, Haida Gwaii) . Auf Lachswanderouten müssten bestehende Aquakulturen verschwinden, so das staatliche Komitee.

Ob die neoliberale Regierung British Columbias bereit ist, die relativ fortschrittlichen Vorschläge ihres eingesetzten Gremiums voll umzusetzen, ist zweifelhaft. Die Aquakultur-Industrie läuft jedenfalls gegen die Empfehlungen Sturm und droht mit Abwanderung aus British Columbia.


 

     

 

     

29.03.2007
Quelle: Valhalla Wilderness Society

Neue Artenfunde im Inland-Regenwald

Fundort ist akut durch Abholzung bedroht

BRITISH COLUMBIA - Vor kurzem haben Forscher in den Inland-Regenwäldern British Columbias (B.C.) dreizehn neue baumbewohnende Flechtenarten entdeckt, die bislang der Wissenschaft völlig unbekannt waren. Bei 40 weiteren Flechtentypen wird zur Zeit noch untersucht, ob es sich um bisher unbeschriebene Arten handelt. Die meisten Funde kommen aus stark bedrohten Regenurwäldern des Cedar-Hemlock-Typus.

Toby Spribille, der zurzeit in Göttingen tätig ist, sowie Trevor Goward und Curtis Bjork aus British Columbia haben in enger Zusammenarbeit mit internationalen Fachleuten den Regenwald des Landesinneren von B.C. von der U.S.-amerikanischen Grenze bis in die Nähe von Prince George intensiv erforscht.

Sie fanden in diesen Wäldern eine epiphytische (baumbewohnende) Flechtenflora, die zu den artenreichsten auf der ganzen Welt gehört. Dieser Reichtum kann als das Markenzeichen der Regenurwälder des Landesinneren von B.C. angesehen werden: Die Zahl der baumbewohnenden Flechtenarten ist hier mindestens gleich, wahrscheinlich aber sogar größer, als diejenige der anderen Pflanzenarten zusammen.

Eine der Studien wurde im Incomappleux Valley nahe Revelstoke gemacht, in einem Tal, das nur noch einen Rest eines früher talfüllenden Regenurwalds beherbergt. Spribille hat in diesem Urwaldrest fast 300 Flechtenarten gefunden, darunter viele, die für die Wissenschaft neu waren. “Die Anzahl der neuen Arten, die dort entdeckt worden sind, ist nahezu beispiellos in den nördlichen Nadelwäldern", sagt er. “Wir haben es hier global gesehen mit einem Zentrum der Flechtenvielfalt zu tun, dessen Ausmaß wir noch gar nicht begriffen haben." Er ist überzeugt, dass weitere Studien noch mehr neue Arten zu Tage bringen; über 40 gefundene Flechtentypen gelten als schon als Kandidaten für Neubeschreibungen.

Tragisch ist, dass der größte Teil des Incomappleux-Tals bereits dem Kahlschlag zum Opfer gefallen ist. Nur jener kleine Teil des Gebiets, in dem Spribille seine Forschungen durchgeführt hat, ist mit seinen 500 bis 1800 Jahre alten Hemlocktannen und Lebensbäumen noch übrig. Dennoch plant die Holzfirma Pope & Talbot bereits den Kahlschlag dieses Urwaldrestes. Tagtäglich fallen in British Columbia vergleichbar alte Wälder der Motorsäge zum Opfer, und mit ihnen stirbt eine unbekannte Zahl von Arten aus, bevor sie überhaupt entdeckt worden sind. “Jedes Tal hat eine einzigartige Artenzusammensetzung, die seine speziellen Umweltbedingungen und Geschichte widerspiegelt", erklärt Spribille. “Jedes Mal, wenn wir in ein neues Gebiet gehen, wissen wir nicht, was wir dort finden werden."

"British Columbia hat den einzigen Regenwald im Landesinneren der gemäßigten Breiten auf der ganzen Erde", sagt Craig Pettitt von der Valhalla Wilderness Society. “Die Berg-Karibus sind in Gefahr auszusterben aufgrund exzessiver Abholzungen. Aber diese neuen Studien liefern auch den Beweis, dass viele kleinere Arten ebenfalls ausgelöscht werden. Daher muss das Abholzen aller Wälder mit Bäumen, die älter als 140 Jahre sind, dringend aufhören."

Seit Jahren fordern Umweltverbände den Schutz des Incomappleux und aller verbliebenen intakten Urwälder zwischen dem Glacier Nationalpark und dem Goat Range Provinzpark. Die Valhalla Wilderness Society hat die wichtigsten Urwaldreste und weitere Lebensräume für Berg-Karibus als Kerngebiete in ihrem jüngst erschienenen “Selkirk Mountain Caribou Park-Konzept" vorgeschlagen.

> Presseerklärung der Valhalla Wilderness Society (PDF) 


 

     
 
Vortragstermine in D
:

23.03. Hannover
24.03. Göttingen
03.04. Hamburg

(Details siehe im Artikel rechts. Weitere Termine werden in den nächsten Tagen noch ergänzt)
 

 
Foto von Garth Lenz:
Aspen im borealen Wald des Liard River Valley, B.C.
 

 

     

16.03.2007
Quellen: KNU, BUND Göttingen

Kanadas Taiga - Schönheit und Gefährdung

Vortragstour von Garth Lenz über die borealen Wälder Kanadas

GÖTTINGEN - Der bekannte kanadische Fotojournalist und Naturschützer Garth Lenz kommt auf seiner Info-Tour durch Europa nach Göttingen. Sein Vortrag führt als visuelle Reise mit faszinierenden Bildern durch Kanadas boreale Region. Die Schönheit und Artenvielfalt der Wildnis steht bei seiner Bildauswahl im Vordergrund. Aber auch die Zerstörung der Landschaft wird in einigen eindringlichen Bildern gezeigt.

Es geht Garth Lenz darum, für den Schutz der Urwälder und Wildnis zu werben. Er weist auf die Klimarelevanz der borealen Wälder hin und auf ihre Gefährdung durch Abholzungen für (unsere) Papierproduktion, Bergbau, Öl- und Gasgewinnung. Etwa 20% Prozent des in Deutschland zur Papierproduktion genutzten Zellstoffs kommen aus Kanadas Wäldern. Zur Sprache kommt auch die Auswirkung drohender industrielle Erschließungen auf die Lebensweise der Ureinwohner:
Eine besonders radikale Form der Naturzerstörung ist die Ölgewinnung in den borealen Wäldern in Alberta. Hier werden die Teer- oder Ölsande des Athabasca Beckens im Tagebauverfahren abgebaut, das Erdöl daraus unter hohem Energie- und Wasserverbrauch freigesetzt, und Becken mit giftigen Teerabfällen zurückgelassen. Seit 2003 investiert Shell (Royal Dutch Shell) in die Ausbeutung dieser größten Lagerstätte der Welt und plant eine Vervielfachung der Produktion. Dafür müssen nicht nur die Urwälder auf den Ölsanden weichen, sondern auch eine Erdgas-Pipeline von der Arktis durch die Urwälder bis zu den Ölsanden gebaut werden, damit genug Energie bereit steht um das Öl aus den Sanden zu extrahieren.

Über Garth Lenz:
Garth Lenz ist ein Fotojournalist und Naturschutzaktivist, dessen Fotos in Zeitungen und Zeitschriften in vielen Ländern veröffentlicht wurden. Er ist intensiv durch Kanadas boreale Urwälder gereist, wie auch durch die temperaten Regenwälder im Westen Kanadas. In Kampagnen von Umweltorganisationen, die auf die Zerstörung der Urwälder aufmerksam machten, spielten seine Bilder ein wichtige Rolle. Bekannt geworden ist er unter anderem durch seinen Anteil am Buch "Clearcut - The Tradgedy Of Industrial Forestry", dass in ganz Nordamerika an Politiker verteilt wurde. Garth Lenz ist auch Mitbegründer der Marktinitiative, die Unternehmen in Nordamerika zum Verzicht auf Holz- und Papierprodukte aus Urwäldern bewegen will.
Seine Website: www.garthlenz.com

Vortragstermine (Vortrag in englischer Sprache - Eintritt frei):

  • Freitag, 23. März 2007, 19:30 Uhr
    Hannover, Freizeitheim Lister Turm, Walderseestr. 100 
  • Samstag, 24. März 2007, 19:00 Uhr
    Göttinger Natur und Umweltzentrum (GUNZ), Geiststraße 2 
  • Montag, 3. April 2007
    Hamburg (nähere Infos: RobinWood)

Garth Lenz photos
Links: Wald- und Wasserwildnis im Mackenzie Valley / Rechts: Ölsand-Gewinnung in der Taiga Albertas.  Soll dass die Zukunft der Taiga sein?  Fotos: Garth Lenz


 

     

 

     

05.01.2007
Quellen: Western Canada Wilderness Committee

Vancouver Islands Urwälder schützen!

Online-Petition vom Wilderness Committee

VICTORIA - Vancouver Islands Urwälder sind bereits zu drei Vierteln abgeholzt, die Tieflagen-Regenwälder der Insel bereits zu 90 Prozent. Geschützt sind nur sechs Prozent des forstlich produktiven Wälder; von den Douglasien-reichen Urwäldern nur ein Prozent. So die Ergebnisse der Auswertung von 2004 aufgenommenen Satelliten-Bildern vom Sierra Club.

Das Wilderness Committee fordert daher in einer öffentlichen Petition einen sofortigen Schutz alles Tieflagen-Urwälder Vancouver Islands, wie auch der anderen selten gewordenen Urwaldtypen. In den übrigen Urwäldern soll der Einschlag nur noch bis maximal 2015 erfolgen. Danach wäre dann Forstwirtschaft nur noch in den Sekundärwäldern erlaubt - für die in der Petition eine ganze Reihe von Regelungen, wie erhöhte Umtriebszeit und Änderungen in den Besitzverhältnissen verlangt werden.

Die Petition ist ausdrücklich auch als internationale Aktion gedacht. Sie soll also nicht nur von Bürgern British Columbias unterzeichnet werden. Die Website dazu lautet www.viforest.org (für 'Vancouver Island forest'); dann bitte auch "Sign the Online Petition" klicken.
[Hinweis: nicht mehr online!]
 

     

 

     

 

     

Text:  ArbeitsKreis nördliche Urwälder (AKU) nach Nachrichtenmeldungen aus den angegebenen Quellen


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